Guggenworld - Die Guggenmusik Community - Das Forum Guggenworld - Die Guggenmusik Community - Das Forum
Registrieren | FAQ | Suche | Wer ist online? | Heutige Beiträge | Einloggen



Autor Thema: Schweizer Deutsch ist blöd!
sam
Fühlt sich wie zu Hause
***
ID # 834


  Erstellt am 24. Mai 2005 07:10 (#41)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
bin weder Deutscher noch Basler...

Ich hab nur ein Problem damit, dass die Schweizer und die Deutschen immer noch meinen sie unterscheiden sich in irgendwas...

und es gibt keine Uneinigkeit, nur Unwissenheit...und Deutsch ist nun mal keine Fremdsprache in der Schweiz...nun gut bis man die Deutsche Rechtschreibung intus hat, dauert das manchmal schon so lange, dass man meinen könnte es handelt sich um eine Fremdsprache aber das ist ein anderes Problem...manche lernens nie...da kann ich mir gut vorstellen, dass gewisse Leute meinen sie sprechen englisch oder so...

Beiträge: 492 | Mitglied seit: Mai 2004 | IP-Adresse: gespeichert
Sündenbock
Guggt fast täglich rein... immer gerne gesehen
***
ID # 955


  Erstellt am 24. Mai 2005 08:09 (#42)  |  Zitat Zitat   PN PN
Zitat:
dass die Schweizer und die Deutschen


dann ist diese website http://www.hallo-schweiz.de/ sicher noch interessant für dich, vorallem das Forum

Beiträge: 1431 | Mitglied seit: September 2004 | IP-Adresse: gespeichert
Oberhäx
Stammgugger
**
ID # 1072


  Erstellt am 24. Mai 2005 08:14 (#43)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail   HP HP
@ sam, klar ist Deutsch nicht so eine Fremdsprache wie Englisch oder so, Fakt ist aber trotzdem das wir Hochdeutsch erst in der Schule lernen und das Hochdutsch was wir vor Schulbeginn sprechen, haben wir doch meistens nur TV, hast du schon einmal einem CH-Kind im Vorschulalter zugehört das Hochdeutsch spricht?

Wir Schweizer pflegen untereinander wie verrückt den *Kantönligeist", aber eins will ich jetzt nicht auf dem Kanton Zürich sitzen lassen;
Sam behauptet, dass Zürich nur formell (!!!) zur Schweiz gehört und wir eine eigene Sprache hätten.

1. Haben wir einen eigenen Dialekt wie andere auch, aber der basiert natürlich auf Deutsch und Hochdeutsch ist für uns bis zum Schulanfang in gewisser Weise schon eine Fremdsprache!

2. Habe ich immer von Schweizerdeutsch gesprochen, nicht von Züridüütsch, wenn schon vom Dialekt.

3. Könnte auch behaupten das Basel nur formell zur Schweiz gehört, aber tu es nicht................

4. Klar ist Deutsch Amtssprache, wie in jedem anderen deutschsprachigem Kanton auch. Aber ich glaube es geht niemand aufs Amt und spricht Hochdeutsch, man spricht im Dialekt miteinander und wenns dann schriftlich wird, dann wird aucf Hochdeutsch geschrieben!
Auch unsere Gesetze und Paragraphen etc. in CH und deutschsprachigen Kantonen sind zu Hochdeutsch verfasst!

5. Man kann sich treffen, wo auch immer das ist, wenn sich z.B. ein Basler und ein Zürcher treffen dann spricht jeder im Dialekt zum anderen und wir verstehen uns trotzdem, ist in deutschen Dialekten sicherlich etwa gleich.

Sam beginnt jetzt einfach mit dem Kantönligeist und das gehört nicht hierher.
Schlussendlich sprechen wir alle Deutsch und verstehen uns doch prächtig :D

-----------------------
Eimal Häx, immer Häx ...... oder auch nicht, ist keine Pflicht!
Ich habe geschlossen!

Beiträge: 210 | Mitglied seit: Dezember 2004 | IP-Adresse: gespeichert
Sündenbock
Guggt fast täglich rein... immer gerne gesehen
***
ID # 955


  Erstellt am 24. Mai 2005 08:17 (#44)  |  Zitat Zitat   PN PN
Zitat:
dass die Schweizer und die Deutschen immer noch meinen sie unterscheiden sich in irgendwas...


dann ist diese Website hier http://www.hallo-schweiz.de/ sicher noch interessant für dich. Seither bin ich der Meinung, dass wir uns mehr unterscheiden als angenommen. Man soll sich ruhig mal das Forum zu Gemüte ziehen.

Beiträge: 1431 | Mitglied seit: September 2004 | IP-Adresse: gespeichert
Oberhäx
Stammgugger
**
ID # 1072


  Erstellt am 24. Mai 2005 08:28 (#45)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail   HP HP
Zitat:
Zitat:
dass die Schweizer und die Deutschen immer noch meinen sie unterscheiden sich in irgendwas...


dann ist diese Website hier http://www.hallo-schweiz.de/ sicher noch interessant für dich. Seither bin ich der Meinung, dass wir uns mehr unterscheiden als angenommen. Man soll sich ruhig mal das Forum zu Gemüte ziehen.



Ich war mal kurz auf dieser Page. Sündenbock, das ist doch Antwort auf vieles, ich bin ganz klar deiner Meinung und das Forum ist sehr interessant. Vor allem das Thema mit den Unwörter, was ja gar keine sind, ist eben der Dialekt und manche Leutchen haben eben doch Mühe dies in astreines Hochdeutsch umzusetzten........echt lohnenswert dieser Link.
:cool1:

-----------------------
Eimal Häx, immer Häx ...... oder auch nicht, ist keine Pflicht!
Ich habe geschlossen!

Beiträge: 210 | Mitglied seit: Dezember 2004 | IP-Adresse: gespeichert
sam
Fühlt sich wie zu Hause
***
ID # 834


  Erstellt am 24. Mai 2005 09:40 (#46)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
@Oberhäx...das stimmt nicht, dass ich den Kantönligeist fördere...im Gegenteil du bist derjenige, der darauf beharrt anders als andere zu sein und dies ausschliesslich aufgrund eines anderen Dialektes...lächerlich...und die angegebene Seite weist meines erachtens nur auf unterschiedliche gepflogenheiten und Gesetze hin...

Das heisst noch lange nicht, dass wir anders oder so wie du es umschreibst "besser" als die Deutschen sind...und damit müssen wir endlich aufhören...

aber vermutlich wählst du auch Blocher und seine Schergen....

Beiträge: 492 | Mitglied seit: Mai 2004 | IP-Adresse: gespeichert
Sündenbock
Guggt fast täglich rein... immer gerne gesehen
***
ID # 955


  Erstellt am 24. Mai 2005 09:51 (#47)  |  Zitat Zitat   PN PN
@ oberhäx

hat keinen Sinn mit ihm.

Beiträge: 1431 | Mitglied seit: September 2004 | IP-Adresse: gespeichert
sam
Fühlt sich wie zu Hause
***
ID # 834


  Erstellt am 24. Mai 2005 09:56 (#48)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
genau wenn einem die argumente ausgehen, dann hat es einfach keinen sinn mit dem gegenüber...oder?

Beiträge: 492 | Mitglied seit: Mai 2004 | IP-Adresse: gespeichert
Nordlicht
Kennt sich schon aus
**
ID # 1311


  Erstellt am 24. Mai 2005 09:59 (#49)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
Auszug aus dem Forum von Hallo Schweiz de:
"Zu besonderen Gelegenheiten oder zum Apéro (Aperitif, aber auch "Umtrunk";) gönnt man sich auch schon mal ein Cüp(p)li, d. h. ein Gläschen Sekt oder Schämpis (Champus). Ist es draussen frostig, wärmt man sich mit Kafi fertig (Kaffee mit Schnaps), einem Kafi Träsch (Kaffee mit Trester) oder einer der vielen anderen Kafi-Variationen. Dieser Kafi wird in besonderen Gläsern serviert und eigentlich zu jeder sich bietenden Gelegenheit getrunken."

Findet ihr es nicht auch komisch, das der Kafi Zwätschge in der Namentlichen Auflistung fehlt und dass es eigentlich wenn schon, dann Luz und nicht Fertig heissen sollte.

Der Verfasser dieses Berichtes war wohl nie an einem Guggemmusikanlass. :)

Beiträge: 108 | Mitglied seit: Mai 2005 | IP-Adresse: gespeichert
Nordlicht
Kennt sich schon aus
**
ID # 1311


  Erstellt am 24. Mai 2005 10:02 (#50)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
Zitat:
... aber vermutlich wählst du auch Blocher und seine Schergen....




Ein freudscher Verschreiber wäre jetzt Blocher und sein Schengen gewesen :D

Beiträge: 108 | Mitglied seit: Mai 2005 | IP-Adresse: gespeichert
Terminiert - zu spät ... so kann´s gehen
Gelöscht

ID # 356


  Erstellt am 24. Mai 2005 11:00 (#51)  |  Zitat Zitat
nichts gegen Dialekte....ich steh zu meinem Schwäbisch und gesprochenes Hochdeutsch bei Schwaben hört sich ziemlich sch**** an.
Wenn ich in der Schweiz bin, muss ich mich genauso als wäre ich in England, Frankreich oder Holland eben damit abfinden, dass dort "anderst" gesprochen wird.

Worüber ich mich jedoch wirklich "ärgere" ist, dass im Chat schwiiizerdüütsch geschrieben wird und das wirklich "koi Sau" lesen kann (für mich liest sich das fast wie finnisch oder dänisch). Sinn des Chats ist doch wohl miteinander zu kommunizieren und das sollte doch dann auch in einer Sprache stattfinden die alle verstehen, zumal ja die Schweizer auch "Schriftdeutsch" schreiben können....wohl dann aber einige schlicht und ergreifend zu arrogant sind sich auf herabzulassen (Betonung auf Einige)
Und nach so einem Abend im Chat bleibe ich dabei, dass Schokolade aus der Schweiz das Einzigste ist, dass ich wirklich mag!

´s Küken

@ Bisi
dass dir die Frauenherzen zufliegen liegt wohl weniger an deinem Dialekt als an deinem "unschuldigen" Augenaufschlag *schmunzel*

IP-Adresse: gespeichert
sam
Fühlt sich wie zu Hause
***
ID # 834


  Erstellt am 24. Mai 2005 11:23 (#52)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
@Nordlicht

Der war wirklich gut...

:D

Beiträge: 492 | Mitglied seit: Mai 2004 | IP-Adresse: gespeichert
Oberhäx
Stammgugger
**
ID # 1072


  Erstellt am 24. Mai 2005 12:21 (#53)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail   HP HP
@ sündenbock es hat wirklich keinen Sinn, leider. Jetzt wird er sogar noch politisch und das hat hier echt nichts zu suchen. Ausserdem kennt er mich ja überhaupt nicht und kann über mich nichts wissen.

@ sam, ich und anders sein??? Ich beharre nicht darauf anders zu sein, denn das bin ich weiss Gott nicht. Ich schreibe hier nur wie es bei uns ist und weil ich das Thema Sprachen und vor allem die verschiedenen Dialekte im ganzen deutschsprachigem Raum einfach nur interessant finde, weil es für irgendwelche bestimmte Ausdrücke/Benennungen so viele x-verschiedene Wörter gibt.
Und jetzt sag mir mal wo ich geschrieben haben soll, dass wir besser als Deutsche sind! Ich glaube du leidest unter Haluzinationen.
Du musst wissen ich habe eine Menge deutsche Freunde und Bekannte und wir reden viel miteinander und kannst es mir glauben, ich mag Deutsche gut, sehr gut sogar und habe keine Probleme mit ihnen und diese auch nicht miit mir. Aber was du mir jetzt da unterstellst und dazu noch politisch wirst ohne zu wissen wie ich denke und mich nicht kennnst, mit so einem muss und will ich nicht mehr diskutieren.
Das ist mir doch zu blöd! :mad:

Ich habe geschlossen!!!!!!!!!!!!!!!!

-----------------------
Eimal Häx, immer Häx ...... oder auch nicht, ist keine Pflicht!
Ich habe geschlossen!

Beiträge: 210 | Mitglied seit: Dezember 2004 | IP-Adresse: gespeichert
Sündenbock
Guggt fast täglich rein... immer gerne gesehen
***
ID # 955


  Erstellt am 24. Mai 2005 12:58 (#54)  |  Zitat Zitat   PN PN
@ oberhäx

habe ihm gegenüber effektiv Erklärungsnotstand, er hat mich in die Ecke getrieben. Ich lasse es sein. Eine Kuh zwingt man ja auch nicht auf einen Baum ;)

Beiträge: 1431 | Mitglied seit: September 2004 | IP-Adresse: gespeichert
knalltüte
Fühlt sich wie zu Hause
***
ID # 407


  Erstellt am 24. Mai 2005 13:17 (#55)  |  Zitat Zitat   PN PN
@sam und nordlich
nana, nicht doch so phöös ...

Beiträge: 495 | Mitglied seit: September 2003 | IP-Adresse: gespeichert
Vielfrass
Guggt fast täglich rein... immer gerne gesehen
***
ID # 620


  Erstellt am 24. Mai 2005 14:01 (#56)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail   HP HP
@Küken
Wenn Schokolade das einzige ist was dir an der Schweiz gefällt, dann weiss ich jetzt warum du in einer GuggA und nicht in einer GuggE spielst

@Friesenjung
Habe ich auch verstanden :cool1:

@sam
For President

@Runkunkel
Bleib doch bitte locker

-----------------------
Es nützt auch kein Heilbad, wenn man im Kopf ein Beil hat.

Beiträge: 1691 | Mitglied seit: Januar 2004 | IP-Adresse: gespeichert
onkel.Dagobert
Stammgugger
**
ID # 994


  Erstellt am 24. Mai 2005 14:42 (#57)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
Hallo, interessante Diskussion läuft hier..
Ich geb mal auch meinen "Sempf" dazu.

Zuerst mal zum Titel "Schweizer Deutsch ist blöd":
Schweizerdeutsch (auch: Schwyzerdütsch) ist eine Sammelbezeichnung für diejenigen alemannischen (oberdeutschen) Dialekte, die in der Schweiz und in Liechtenstein gesprochen werden. Linguistisch sind die Dialekte Vorarlbergs sowie die Dialekte einiger von Walsern besiedelter italienischer Bergdörfer südlich der Schweizer Grenze eng mit dem Schweizerdeutsch verwandt; trotzdem werden sie weder in den betreffenden Gebieten noch in der Schweiz als Schweizerdeutsch bezeichnet.

Linguisten haben hunderte von Deutschschweizer Mundarten unterschieden. Die starke topographische Kammerung der Schweiz und die relativ geringe räumliche Mobilität bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat dazu geführt, dass sich die Dialekte teilweise sehr stark voneinander unterscheiden, bisweilen sogar so stark, dass auch die Schweizer untereinander Verständigungsprobleme haben können. So gilt das Walliserdeutsch als extremste Ausprägung. Neben den unterschiedlichen Aussprachen sind insbesondere Flurnamen, Bezeichnungen für Pflanzen, Werkzeuge, landwirtschaftliche Geräte und Ähnliches stark regional geprägt.

..und dann noch ein kleiner Ausflug zum "Schweizer Hochdeutsch"

Zunächst unterscheidet sich der Schweizer Sprachgebrauch deutlich vom deutschen oder österreichischen, indem klar zwischen Dialekt und Hochsprache unterschieden wird. Dialekt und Standardsprache bilden also kein Kontinuum, zwischen denen ein gleitender Übergang möglich ist. Eine sprachliche Äusserung kann nicht auf mehr oder weniger dialektale oder standardsprachliche Art erfolgen; man spricht entweder Dialekt oder Standardsprache und switcht zwischen beiden. Insofern behandeln Deutschschweizer Schweizerdeutsch und Standarddeutsch tatsächlich wie zwei verschiedene Sprachen.

Wenn dialektgewohnte Sprecher einer deutschen Mundart Hochdeutsch sprechen, tun sie dies normalerweise mit einem deutlichen Akzent. In der Schweiz sind dessen wesentliche Kennzeichen (mit Abweichungen, je nach Basisdialekt):

das dunkle [å], vergleiche "fallen" = ['fål:ɘn]
das (im Standarddeutschen fehlende) kurze, geschlossene [e], beispielsweise in "Bett" = [bet:] (statt standardsprachlich [bɛt])
das raue, gutturale "ch"; man spricht "Achtung" also als ['åχtuŋ]
auch deutsches /k/ wird hörbar als Affrikate [kχ] artikuliert, beispielsweise in "Kuchen" = ['kχu:χɘn]
Doppelkonsonanten werden deutlich gelängt ausgesprochen, vergleiche nochmals ['fål:ɘn] beziehungsweise [bet:]
/r/ wird oft mit der Zungenspitze gebildet (ausser in Basel und in der Ostschweiz), vergleiche "Rechner" = ['reχnɘr]
auch in Endsilben werden die Vokale und Konsonanten deutlich artikuliert, vergleiche "Sprecher" zum Teil = ['ʃpreχɛr]
der singende Tonfall: Die betonte Wortsilbe wird nicht einfach mit grösserer Lautstärke hervorgehoben, sondern die Tonhöhe wird deutlich angehoben und gesenkt. Typisch für die schweizerische Variante ist einerseits insbesondere die relativ konsequente Markierung aller betonten Wortsilben und andererseits die geringe Absenkung am Ende abschliessender Phrasen.
Das dermassen mit hörbarem Akzent gesprochene Hochdeutsch mit speziellen Wörtern und Satzkonstruktionen wird als Schweizer Hochdeutsch bezeichnet. Manchmal wird diese Sprechweise von Aussenstehenden auch irrtümlich für "Schweizerdeutsch" (Schwyzerdütsch), also für Dialekt, gehalten. Umgangssprachlich wird "Schwyzerdütsch" in bestimmten Regionen auch als "Buuredütsch" (Bauerndeutsch) bezeichnet.

Als Faustregel kann gelten:

Solange die Sprache selbst für Mittel- und Norddeutsche noch verständlich ist,
wenn die Vokale in etwa gleich sind wie im Standarddeutschen,
die Syntax dem Standarddeutschen entspricht
handelt es sich um in der Schweiz gesprochenes Hochdeutsch (also die Standardsprache), nicht um Schweizerdeutsch.

Schweizerdeutsch, also die alemannischen Dialekte in der Schweiz, wird in der Schweiz von allen sozialen Schichten im mündlichen Bereich als normale Umgangs- und Verkehrssprache verwendet; Dialekt zu sprechen ist also nicht sozial geächtet. Auch mit sozial höhergestellten Leuten und im Umgang mit Behörden ist das Sprechen des Dialekts in jeder Situation üblich.

Schweizer Hochdeutsch wird in der Schweiz hauptsächlich für schriftliche Äusserungen verwendet und wird deshalb auch oft "Schriftdeutsch" genannt.

In den letzten Jahrzehnten sind verstärkt Gebrauchsausweitungen des Dialekts zu Lasten des (Schweizer) Hochdeutschen festzustellen (wobei im Weiteren unter "Hochdeutsch" stets die deutsche Standardsprache mit deutlichem Schweizer Akzent zu verstehen ist):

Im mündlichen Bereich sollte das Hochdeutsche zwar offizielle Sprache des Schulunterrichts sein, doch beschränken sich die Lehrer aller Stufen oftmals darauf, nur den eigentlichen Unterrichtsgegenstand in Hochdeutsch zu erteilen; zwischendurch gemachte Bemerkungen und Anweisungen (beispielsweise Kevin, gang bis so guet s Fäischter go zuemache "Kevin, sei so gut und mach das Fenster zu!";) erfolgen dagegen in der Mundart. Das Hochdeutsche wird damit zur Sprache der Distanz ("Sprache des Verstandes";), der Dialekt zur Sprachform der Nähe ("Sprache des Herzens";). Auch Zwischenfragen und ähnliche Interventionen von Schülern und Studenten erfolgen immer mehr im Dialekt. Diesen Zustand bestätigen auch indirekt die wiederholten Ermahnungen der Schulbehörden, das Hochdeutsche im Unterricht mehr zu pflegen.
Vor allem in den privaten Radio- und Fernsehkanälen wird praktisch nur noch Dialekt gesprochen. Da es viele Mitarbeiter aber gewohnt sind, ihre Sprechtexte auf Hochdeutsch niederzuschreiben, entsteht beim Ablesen oft eine stark hochdeutsch geprägte Sprachform mit den Lautformen des Dialekts, aber der Syntax des Hochdeutschen: Es schtååt z befürchtə, dåss d Zåål dər Vərletztə, diə i Chrånkchəhüüsər iiglifərət woordə sind, no beträchtlich ååschtiigə chönnt statt mə hät ångscht, das no mee Vərletzti in Schpitåål prååcht wäärdə chönntət. In den staatlichen Medien gilt es zu differenzieren:
Im Radio sind fast nur noch die Nachrichten sowie das gesamte Programm des Kulturkanals (DRS 2) auf Hochdeutsch.
Im Fernsehen ist der Dialekt üblich im Kinderprogramm, in allen Sendungen mit ausgesprochenem Schweizbezug (Volksmusik, Regionalnachrichten), in analysierenden Sportsendungen, in allen Interviews und Diskussionen mit Deutschschweizern ausserhalb der Hauptnachrichten.
In Gemeinde- und Kantonsparlamenten ist es zum Teil üblich, die Voten im Dialekt abzugeben.
Auch in schriftlicher Verwendung ist das Hochdeutsche auf dem Rückzug, wo es sich um die Privatsphäre handelt:
E-Mails und SMS vor allem der jüngeren Generation
Sprache der Chatrooms
Kontaktanzeigen und Annoncen in Zeitungen.
Überdies werden in den hochdeutsch geschriebenen Zeitungen (zum Teil sogar in Weltblättern wie der "NZZ";) in lokalem Zusammenhang immer öfter spezielle schweizerdeutsche Vokabeln verwendet (beispielsweise Töff für "Motorrad", Büsi für "Katze", Güsel für "Müll";).
Die Deutschschweizer haben also mangelnde Übung im mündlichen Gebrauch des Hochdeutschen; weit verbreitet ist die Ansicht, diese offizielle Nationalsprache sei eigentlich eine Fremdsprache. Dies hat zur Folge, dass ein Aussterben des Dialekts nicht mehr zu befürchten ist. Hochdeutsch wird seit dem 19. Jahrhundert wenig geschätzt und als fremd empfunden. Andererseits klingt Schweizer Hochdeutsch auch für viele Schweizer selbst schwerfällig und ungelenk. Hinzu kommen auch aufgrund geschichtlicher Ereignisse vorhandene Vorbehalte und Vorurteile gegenüber den Deutschen und damit verbunden oft auch eine ablehnende Haltung gegen das Hochdeutsche. Dialektsprache wird somit auch bewusst als Abgrenzung benutzt.

[Bearbeiten]
Spezialitäten
[Bearbeiten]
Schreibweise
Alle Mundarten beziehungsweise Dialekte im deutschsprachigen Raum haben eines gemeinsam: es gibt für sie keine offizielle oder allgemein verbindliche Rechtschreibung. Genauso verhält es sich mit den schweizerdeutschen Dialektformen. Im Bereich der Mundartliteratur haben sich aber zwei Verschriftungssysteme durchgesetzt: die Dieth-Schrift oder Schwyzertütschi Dialäktschrift und die Bärndütschi Schrybwys.

Im Alltagsgebrauch (SMS, Chat, persönliche Briefe) wird der Dialekt "nach Gefühl" und persönlichem Geschmack in die geschriebene Form umgesetzt.

Auch bei der Verwendung des Hochdeutschen werden spezielle, nur in der Schweiz gebräuchliche Wörter und Rechtschreibregeln verwendet, so genannte Helvetismen.

Oft wird das Ypsilon für das gedehnte geschlossene i verwendet ("Schrybwys";). Das Schweizerische Hochdeutsch spricht das Ypsilon nicht als Ü sondern als (offenes) i aus. Also "Gimnasium" und nicht "Gümnasium".

[Bearbeiten]
Vokale
Die meisten Schweizer Dialekte haben die frühneuhochdeutsche Monophthongierung und Diphthongierung nicht mitgemacht und verharren somit diesbezüglich auf mittelhochdeutschem Stand:

1) Bewahrung der mittelhochdeutschen Monophthonge:

Huus ist "Haus", Züüg ist "Zeug", wiit ist "weit" etc. Ausnahmen gibt es im Bündner Schanfigg (Hous, wejt), in Unterwalden (Huis, wejt) und im Aostataler Issime (Hous, wejt), wo die alten Längen alle diphthongiert sind. Eine weitere Ausnahme betrifft auslautende Langvokale und diejenigen vor Vokal, die in den hochalemannischen Mundarten des Mittellandes diphthongiert worden sind (mhd. frî -> frei, snîen -> schneie, mhd. sû -> Sou, bûwen -> boue, mhd. niu -> nöi). In weiten Teilen werden die alten Diphthonge von den neuen lautlich unterschieden. So heisst es in Zürich: Baum, aber boue für standardsprachlich gleich lautende "Baum, bauen".

2) Bewahrung der mittelhochdeutschen öffnenden Diphthonge:

Während in der Standardsprache die mittelhochdeutschen ie, ue, üe monophthongiert wurden (vergleiche Liebe, wo ie noch in der Schrift erhalten ist aber [iː] gesprochen wird), sind diese Diphthonge in den schweizerdeutschen Mundarten erhalten geblieben. Ein geschriebenes ue wird nicht ü, sondern ú-e ausgesprochen (mit Betonung auf dem -ú-), der Schweizer "Rudolf" ist also Ru-edi, nicht Rüdi. Achtung: Mus ist "Maus", aber Mues (oder Muos) ist "Mus" - zum Frühstück gibt es also Müesli und nicht Müsli.

[Bearbeiten]
Endungen
Die Endung -ung wird in den meisten Dialekten als -ig gesprochen (nicht jedoch im Senseland, im Wallis oder im altertümlichen Stadtbernischen). Aus "Kreuzung" wird daher "Chrüüzig". Eine Ausnahme ist "Kreuzigung": hier bleibt es aus phonetischen Gründen bei "Chrüüzigung". Ein Grenzfall stellt auch das Wort "Achtung" dar. In manchen Regionen wird das Wort als "Achtig" ausgesprochen, wenn es in einem Satz als Tugend/Wert ausgesprochen wird, hingegen verwendet man manchmal "Achtung!", wenn es sich um den Ausruf "Vorsicht!" handelt.
Die Verb-Endung -eln wird in der Regel zu -le (Bsp. zügeln, bügeln, tafeln).
Ein abschliessendes -n wird oft weggelassen, vor allem in der Endung -en (choufe - kaufen, Haagge - Haken), aber auch in Wörtern wie Wy - "Wein" oder Maa - "Mann".
auch ein abschliessendes -e wird oft nicht ausgesprochen (Brügg / Brugg - Brücke, oder Pluralendung Böim - Bäume).
[Bearbeiten]
Grammatik
Schweizerdeutsch ist eine an grammatikalischen Formen arme Sprache:

kein Imperfekt oder Plusquamperfekt, die Vergangenheit wird immer mit dem Perfekt ausgedrückt: i(ch) bi(n) gsi – "ich war" oder "ich bin gewesen"
das Futur ist ungebräuchlich. Wenn die Zukunft nicht aus dem Zusammenhang oder einer expliziten Zeitangabe (wie moorn, morgen) ersichtlich ist, wird sie oft mit de(nn) bezeichnet: mir gseh(nd)'s de(nn) - wir werden sehen.
nur sehr eingeschränkt ein formaler Akkusativ (das heisst der Akkusativ hat bei Substantiven und Adjektiven meist die gleiche Form wie der Nominativ). Bei den Pronomina ist der Akkusativ aber deutlich: Er het dr Stier gsee (Er hat den Stier gesehen) aber: Dr Stier het ne gsee (Der Stier hat ihn gesehen).
keine Verwendung des Genitivs, sondern Umschreibung mit "von" oder Possessivpronomen: de(r) Hund vom Peter oder em Peter si(n) Hund. Ausgenommen sind in manchen Dialekten Namen: Meiers Hund, der Annas Ofe, ds Housis Huus.
Bildung von Relativsätzen immer mit "wo": das wo sie mir gseit het - das, was sie mir sagte
gewisse Verben, die eine Absicht kennzeichnen, tauchen oft noch ein zweites Mal im Infinitiv auf: i gang go schaffe - "ich gehe arbeiten"; dä loon i lo stoo (oder: laan i la staa) - "den lasse ich stehen"
Die Syntax ist relativ frei beziehungsweise teilweise regional unterschiedlich.
Beispiele:

Jetz bin i grad aneghocket... - "jetzt habe ich mich gerade hingesetzt"
... für es Buech (z) läse (westlicher Typus) - "um ein Buch zu lesen"
... zum es Buech (z) läse (östlicher Typus)
Er het mi(ch) ned la gaa (westlicher Typus) - "er hat mich nicht gehen lassen"
... nöd gaa laa (östlicher Typus)
[Bearbeiten]
Aussprache
Die Betonung ist häufiger als im Standarddeutschen auf der ersten Silbe (oder sogar, wenn man so will, auf der nullten - Namen mit vorausgehendem "von" wie von Allmen werden auf dem von betont).
ch wird immer rau wie in "Bach" ausgesprochen - genau genommen uvular (wenn es nicht wie beispielsweise im Basler oder Bündner Dialekt als k [am Wortanfang] beziehungsweise h [im Wortinnern] wie im Hochdeutschen oder im Baseldeutschen als k, h oder [vor einem Konsonanten] weiches g ausgesprochen wird).
/p t k/ werden nicht aspiriert; aspirierte [pʰ tʰ] kommen nur als Cluster /ph th/ vor (ebenso [kʰ] ausser in Chur und Basel); /b d g/ sind immer stimmlos. Es ist umstritten, worin der Unterschied zwischen /p t k/ und /b d g/ liegt; auf alle Fälle ist es ein deutlicher Unterschied.
Der Buchstabe k bezeichnet die Affrikate [kx], während der nicht aspirierte Laut [k] mit der Buchstabenkombination gg wiedergegeben wird.
Das lange a ist in vielen Mundarten sehr geschlossen und dunkel und tendiert gegen o (mit dem es auch zusammenfallen kann).
ä und e entsprechen in den meisten Mundarten oft beinahe dem standarddeutschen a.
Das y wird als geschlossener i-Laut gelesen, also Schwiz und nicht Schwüz für den Kanton Schwyz.
Bei Wörtern aus dem Französischen wie Fondue oder Bellevue ist die Aussprache anders als im Französischen mit Betonung auf der 1. Silbe, also Fóndü (phonetisch: [ˈfɔ̃dy]) und Béllvü ([ˈbelvy]). Das Billet (Fahrschein) wird in der Schweiz auch im Schriftdeutschen mit einem t geschrieben.
Siehe auch: Chuchichäschtli

[Bearbeiten]
Wortschatz
Allgemein ist zu erwähnen, dass es im Schweizerdeutschen sehr viele französische und italienische Lehnwörter gibt. Eine Auswahl davon ist in der folgenden Liste zu finden. (Es steht jeweils zuerst das schweizerdeutsche Wort, beziehungsweise der schweizerdeutsche Ausdruck)

Typische Wörter
äxgüsi oder exgüsee (excusez) – "Entschuldigung!"
grüezi – Grussformel für Leute, die man siezt
grüessech – Grussformel beim "Ihrzen" (vor allem im Kanton Bern üblich)
muntsch - Kuss (von ti mucio, ital.)
gutsch - Tropfen (von goccia, ital.)
Wörter, die bei nichtschweizerischen Zuhörern deutscher Sprache zu Missverständnissen führen können:
Anke – "Butter"
büeze – "nähen", (salopp auch) "arbeiten"
bügle – "arbeiten", (in einigen Gegenden aber) "bügeln"
Chaschte (Kasten) / Schaft – "Schrank"
cheere (um–kehren) – "drehen, wenden"
Chessel, Chübel – "Eimer"
Chrampf – "harte Arbeit"
chrampfe – "hart arbeiten"
da – "hier"
Depot – "Pfand" (bei Mehrwegverpackungen)
Estrich – "Dachboden"
fäge (fegen), de Bode ufnäh (den Boden aufnehmen) – "wischen"
es fägt (es fegt) – "etwas macht Spass"
Grind / Gring – "Kopf" (salopp)
gumpe - "Hüpfen"
huere – "sehr" (aber auch h***; Prostituierte)
i(ch) mag mi(ch) nüme erinnere / bsinne (Ich mag mich nicht mehr erinnern / besinnen) – "Ich kann mich nicht mehr erinnern"
In Uusgang gaa – "ausgehen" (hat nichts mit dem Flur zu tun)
Koleeg – "Freund; Kumpel"
lehre – sowohl "lehren" als auch "lernen"
lisme – "stricken"
lose – "horchen" (aber: ghööre – "hören";)
poschte, kömerle – "einkaufen"
Puff - "Unordnung" (aber auch Puff; Bordell)
rüehre (rühren) – "werfen"
schmöcke (schmecken) – "riechen" (mit der Nase; ursprünglich einziger Sinn), "schmecken" (im Mund; aus dem Hochdeutschen übernommen und zumehmend verbreitet)
schutte / tschutte - "treten; kicken; Fussball spielen"
Siech - "Typ" (vulgär, meist in Verbindung mit "geile" (um Respekt auszudrücken), "blödä" (um Verachtung auszudrücken) oder "huere" (als allgemeiner Fluch, wie z.B. "verdammt!";), bedeutet eigentlich "Kranker";)
Spöitz / Spöifer / Spoitz – "Speichel; Kleingeld"
springe – "rennen"
tuusche – "tauschen" (und nicht "duschen"!) (beispielsweise in "Wotsch mit mir tuusche?", was bedeutet "Möchtest Du mit mir tauschen?" und keine Frage nach der Beabsichtigung einer gemeinsamen Dusche darstellt), in der Mundart des Berner Oberlandes hat tuusche auch die Bedeutung "sich umziehen/die Bekleidung wechseln" (beispielsweise "Wosch nid ga tuusche?" "Willst Du Dich nicht umziehen (gehen)?";)
Winde – "Dachboden"
wüsche (wischen) – "fegen"
Dieser teilweise sehr unterschiedliche Wortschatz macht es für Schweizer und Deutsche oft schwierig, sich zu verständigen. Interessant zu beobachten ist dies, wenn Schweizer Kinder mit Spielgefährten Hochdeutsch zu sprechen versuchen. "Möchtist du auch mal in den Pool hineingumpen?" sollte zum Beispiel bedeuten "Möchtest du auch einmal in den Pool springen?" Ähnlich setzt sich dies dann auch in der Schule fort, wo Hochdeutsch gesprochen und geschrieben werden sollte. Dadurch kommen die Kinder allmählich in einen "Sprachzwist", aus dem sich die meisten aber mit zunehmendem Alter herauslösen und einen differenzierten Blick auf beide Sprachen entwickeln.

[Bearbeiten]
Wer spricht Schweizerdeutsch?
Bei der Volkszählung von 2000 betrug der Anteil der deutschsprachigen Schweizerinnen und Schweizer 63,6 % der Gesamtbevölkerung. Von diesen gaben 93,3 % an, im Alltag Dialekt zu sprechen. 66,4 % davon geben sogar an, nur Dialekt und kein Hochdeutsch zu sprechen.

So wird die Hochsprache zwar in der Verfassung als eine der vier offiziellen Landessprachen definiert, bleibt aber für den Grossteil der Bevölkerung praktisch eine Fremdsprache (siehe auch Diglossie).


Sprachen in der SchweizIn der deutschsprachigen Schweiz (gelb) gibt es eine Anzahl von verschiedenen Dialekten. Üblicherweise werden diese nach den Kantonen unterteilt. Dies ist jedoch streng linguistisch nicht gerechtfertigt, da teilweise innerhalb von Kantonen grosse Unterschiede im Dialekt vorkommen, andererseits aber in einigen kantonsübergreifenden Regionen praktisch der gleiche Dialekt gesprochen wird.

Einsprachige Kantone, in denen von der einheimischen Bevölkerung nur Schweizerdeutsch gesprochen wird, sind: St. Gallen (SG), Appenzell-Innerrhoden bzw. Appenzell-Ausserrhoden (AP), Thurgau (TG), Glarus (GL), Schaffhausen (SH), Zürich (ZH), Zug (ZG), Schwyz (SZ), Luzern (LU), Uri (UR), Unterwalden (UW), Aargau (AG), Basel-Stadt (BS) und Basel-Landschaft (BL) und Solothurn (SO). Eine deutschsprachige Mehrheit haben Graubünden (GR, neben Italienisch und Rätoromanisch) und Bern (BE, neben Französisch). Eine deutschsprachige Minderheit neben einer französischen Mehrheit haben Wallis (VS) und Freiburg (FR). Dem Schweizerdeutsch nahe Dialekte werden auch im Norden von Italien (P) und in Bosco/Gurin im Tessin (TI) gesprochen.

Da mehr und mehr Menschen innerhalb der Schweiz umsiedeln, haben sich die Unterschiede zwischen den Dialekten in letzter Zeit etwas abgeschwächt. Die Unterschiede sind aber noch immer von grösster Bedeutung und es kann vorkommen, dass sich Menschen aus verschiedenen Regionen nur schwer verstehen, v.a. dort, wo man auf seltene Dialekte mit wenigen Sprechern trifft.

Mittlerweile sind auch alle Rätoromanen des Schweizerdeutschen und natürlich des Hochdeutschen mächtig, das heisst es gibt niemanden mehr, der nur Rätoromanisch spricht. Deshalb müsste man eigentlich die auf der Karte "rätoromanisch eingefärbten" Gebiete zusätzlich auch als deutschsprachig bezeichnen.

[Bearbeiten]
Historische Entwicklung des Schweizerdeutschen
Bis ins 20. Jahrhundert hinein blieb der Gebrauch des Dialektes auf den Bereich des Privatlebens beschränkt. Im öffentlichen Leben wurde, vor allem seit der Reformation, Hochdeutsch vorgezogen. Die gehobenen Klassen (Patrizier) und die Familien der Grossbourgeoisie einiger Städte wie Bern und Basel "präferierten" Französisch und "parlierten" dieses auch im Alltag. Viele französische Lehnwörter zeugen heute noch davon. Wie die übrigen deutschen Mundarten galt auch das Schwyzerdütsch als Sprache der Bauern und des gemeinen Volkes, was die in einigen Regionen gebräuchliche Bezeichnung "Buuredütsch" für Schweizerdeutsch belegt.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts gab es immer wieder Bewegungen mit dem Ziel, Schwyzerdütsch salonfähig zu machen und es zu einer Schriftsprache zu normalisieren. Die Versuche, sich innerhalb des deutschen Kulturraumes durch die Entwicklung einer eigenständigen "vollwertigen" Sprache zu emanzipieren, ähnlich wie es einst die Niederländer taten, wurde durch die politischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts (Nazismus) zusätzlich verstärkt.

Gleichzeitig machte sich eine Gegenströmung zu dieser Entwicklung bemerkbar: Durch die Entwicklung der audiovisuellen Medien und durch die erhöhte Mobilität der Bevölkerung werden die Dialekte, ausgehend von den städtischen Gebieten, immer mehr von Ausdrücken der standarddeutschen Schriftsprache und auch des Englischen durchzogen. Dazu kommt, dass praktisch der gesamte Wortschatz des modernen Lebens über jeweils einheitliche hochdeutsche Formen ins Schwyzerdütsche gelangt. Doch beschränkt sich dieser hochdeutsche Einfluss fast ausschliesslich auf den Wortschatz.

[Bearbeiten]
Soziologische Aspekte
Die soziologischen Funktionen von Schwyzerdütsch sind vielfältig. Es kann sowohl als Umgangssprache als auch als Fachsprache verwendet werden. Schwyzerdütsch ist weder nur Trendsprache noch eine technische Sprache. Es wird von allen Gesellschaftsschichten gleichermassen verwendet und ist also nicht mehr wie manche Dialekte als Sprachform einer "Unterschicht" diskreditiert.

Wie überall beinhalten die Varietäten verschiedener Sprechergruppen (Secondos, Forstarbeiter usw.) zusätzliche spezielle Abkürzungen und Ausdrücke.

Da die schweizerdeutschen Dialekte nicht kodifiziert sind (das heisst dass sie keine offizielle Orthographie und keine normierte Grammatik haben), erscheinen sie stark kontextuell, lassen sich also weder in ihrer Anwendung noch in ihrer Stellung zur Umwelt klar definieren. Schwyzerdütsch gibt den Deutschschweizern jedoch starken emotionalen Halt und trägt wesentlich zu einem Gemeinschafts- und Heimatgefühl bei, weshalb es aus dem Alltag auch nicht wegzudenken ist. Ein Beispiel dafür ist der Boom der Mundartmusik seit 1990.

In den grösseren Städten, besonders in Basel und Bern, gab es jedoch noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts ausgeprägte soziale Dialektunterschiede (Soziolekte). Zwar sprachen alle Schichten Dialekt, aber der Dialekt der Oberschicht unterschied sich deutlich von demjenigen der Mittelschicht, der sich wiederum sowohl vom Dialekt der Unterschicht als auch vom Dialekt der Landbevölkerung abhob.

[Bearbeiten]
Innere Unterschiede
Die schweizerdeutschen Dialekte unterscheiden sich aber zum Teil sehr stark voneinander. Überspitzt gesagt hat beinahe jede Region, teilweise sogar jede Gemeinde, einen eigenen "Touch" in ihrem Dialekt. Deutschschweizer kann man zum Teil sehr gut alleine nach ihrem Dialekt relativ genau einer Heimatgegend zuordnen. Als grössere Mundarträume lassen sich das Berndeutsche, Baseldeutsche, Zürichdeutsche, Urnerdeutsche, Walliserdeutsche, Bündnerdeutsche, das Appenzellerdeutsche und das St. Gallerdeutsche unterscheiden, wobei diese Unterscheidung nur teilweise auf dialektologischen Prinzipien begründet sind, sondern ebenso auf aussersprachlichen Konzepten (wie z.B. politische Grenzen) und Einstellungen beruhen. Jede der genannten Regionen ist auch intern stark gegliedert, so dass sich für keine ein Merkmal finden lässt, das nur in dieser vorkommt und sie von anderen Regionen abgrenzt. Dass politische Aspekte und Einstellungen mit dieser Einteilung interferieren zeigt sich deutlich am Beispiel des genannten Appenzellerdeutschen, das vom St. Gallerdeutschen umgeben ist, aber eben politisch eigenständig ist.

[Bearbeiten]
Siehe auch
Helvetismus, Kultur der Schweiz, Variantenwörterbuch des Deutschen
[Bearbeiten]
Literatur
Andreas Lötscher: Schweizerdeutsch. Geschichte, Dialekte, Gebrauch. Frauenfeld 1983.
Hans Bickel, Robert Schläpfer (Hgg.): Die viersprachige Schweiz. 2., neubearbeitete Auflage Aarau 2000.
Rudolf Hotzenköcherle: Die Sprachlandschaften der deutschen Schweiz, hg. von Niklaus Bigler und Robert Schläpfer unter Mitwirkung von Rudolf Börlin, Aarau 1994 (Sprachlandschaften I).
Georges Lüdi: Die Sprachenlandschaft der Schweiz - Eidgenössische Volkszählung 1990. Bundesamt für Statistik. Bern 1997.
Schweizerisches Idiotikon (http://www.sagw.ch/dt/Kommissionen/woerterbuch/index.html) Schweizerdeutsches Wörterbuch in 17 Bänden (beispielsweise in Universitätsbibliotheken).
Csaba Földes: Deutsch als Sprache mit mehrfacher Regionalität: Die diatopische Variationsbreite. In: Muttersprache (Wiesbaden) 112 (2002) 3, S. 225-239. (http://www.vein.hu/german/regionalitaet.pdf)
Sprachatlas der deutschen Schweiz, hg. von Rudolf Hotzenköcherle, fortgeführt und abgeschlossen von Robert Schläpfer, Rudolf Trüb und Paul Zinsli, acht Bände Bern beziehungsweise Basel 1962-1997 (beispielsweise in Universitätsbibliotheken).
Isabelle Imhoff: Kauderwelsch, Schwiizertüütsch, das Deutsch der Eidgenossen. Reise Know-How Verlag, Bielefeld, ISBN 3894162619

-----------------------
Zur Mitte zur Titte, Vom Boden zum Hoden - zum Sack - zack zack!
PROSCHT!

Beiträge: 275 | Mitglied seit: Oktober 2004 | IP-Adresse: gespeichert
verena
Ganz neu hier
*
ID # 1244


  Erstellt am 24. Mai 2005 16:33 (#58)  |  Zitat Zitat   PN PN
so und damit ich auch mal meinen senf dazugebe!

es ist doch egal welchen Dialekt man hat von wo man kommt etc.
ich komme aus bregenz und bei uns in vorarlberg spricht man in jedem dorf einen anderen dialekt! meiner meinung nach versteht man jeden, wenn man nur will! und ja, wenn man mal ein wort nicht versteht kann man ja nachfragen, was der/die andere damit meint! also ich habe nicht nur kol./freunde aus vorarlberg sondern ebenso aus dem rest von österreich sowie in der Schweiz und in Deutschland! und ich rede mit ihnen im dialekt so wie sie auch mit mir im dialekt reden, denn wenn man will versteht man den anderen! uns wenn man den anderen nicht versteht ist man nur zu eingebildet, auf den eingenen dialekt oder einfach nur zu blöde mal kurz nachzudenken! denn es klinngt doch irgenwie immer ein bischen ähnlich wie im eigenen dialekt!!! ;)

Beiträge: 6 | Mitglied seit: April 2005 | IP-Adresse: gespeichert
paco
Lernt noch alles kennen
*
ID # 1246


  Erstellt am 24. Mai 2005 20:07 (#59)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
damit mich auch ganz sicher alle verstehen, schreibe ich nicht in meinem geliebten schwyzertütsch sondern in der hochdeutschen sprache:
das, was einige hier in diesem forum bieten, ist unter jeder sau (sorry mein wortlaut):

- es werden leute denunziert, die versuchen, einen konstruktiven beitrag auf die frage einzubringen

- es werden leute falschaussagen untergestellt, die in dieser oder einer ähnlichen form weder gemacht wurden, noch ersichtlich sind

- es wird vermischt was vermischt werden kann: politik und schwyzertütsch mit blocher und schengen. ich wüsste nicht, was daran so witzig sein soll. wir haben unsere probleme in der ch - politik und ihr eure. wir hacken auch nicht auf schröder, der fischer'schen visaaffäre oder dergleichen rum. wir reden auch nicht über die amerikaner oder dergleichen. es geht lediglich um den titel dieses threads (ich erinnere: die etwas provokative aber akzeptable behauptung/überzeugung, schweizer deutsch sei blöd). und um nichts anderes. alles, was nicht dazu gehört, sollte ohne ein winseln in der kehle verharren. jeder soll seine politik für sich behalten und nur dort, wo es angebracht und auch gefragt ist, darüber auskunft geben. was will jemand die politik in einem anderen land beurteilen, die er schlecht kennt (ja ich unterstelle gewissen personen, dass sie die schweizer politik schlecht kennen. denn wer schengen und blocher in verbindung bringt hat nicht viel ahnung von weder schengen noch blocher. es geht um weitaus mehr... aber das könnt ihr ja nicht wissen. solche zusammenhänge stehen nicht in der zeitung. interessant ist, was schlagzeilen bietet. und zusammenhänge tun dies sicherlich nicht...). deshalb "zip it". danke!

meine 'botschaft' (nein, ich sehe mich nicht als friedensstifter, papst oder dergleichen): akzeptiert und respektiert die meinungen anderer und vermischt nicht verschiedene dinge miteinander. das ist in foren - leider auch in diesem - sehr häufig; es geht nicht darum, bei wem der durchschnitt der täglich geschriebenen beiträge am höchsten ist.. das sagt zwar manches über einen charakter aus, doch bei mehrmaligem überdenken wohl nicht immer das gewünschte...

Beiträge: 17 | Mitglied seit: April 2005 | IP-Adresse: gespeichert
Oberhäx
Stammgugger
**
ID # 1072


  Erstellt am 25. Mai 2005 06:08 (#60)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail   HP HP
@ Dagi, Lobenswert soviel Wissenswertes. :respekt:

@ Paco, bravo und danke, genau so sollte es sein. :klatsch:

-----------------------
Eimal Häx, immer Häx ...... oder auch nicht, ist keine Pflicht!
Ich habe geschlossen!

Beiträge: 210 | Mitglied seit: Dezember 2004 | IP-Adresse: gespeichert



| Guggenworld.de | Boardregeln | powered by MGWS | Impressum


Tritanium Bulletin Board 1.6
© 2010–2014 Tritanium Scripts