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Autor Thema: sind deutsche Guggen schlechter als Schweizer??
Guggemaster
Guggt fast täglich rein... immer gerne gesehen
***
ID # 152



-172-232-283
  Erstellt am 03. Dezember 2002 12:13 (#21)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail   HP HP
@ Joe! Respekt! Der war mal normal!! SUPER!!!

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[blink]Gruß, Michael[/blink]

Schickt mir eine PM

[shadow]Du darst die Guggenmusik nicht einfach nur leben! Du musst sie fühlen![/shadow]

Beiträge: 823 | Mitglied seit: Oktober 2002 | IP-Adresse: gespeichert
Joe
Gast




  Erstellt am 03. Dezember 2002 12:18 (#22)  |  Zitat Zitat
ich danke Dir großer Meister Guggemaster :crazy:

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diä aldi besserwüsserischi Frau Wäber
Gast




  Erstellt am 03. Dezember 2002 13:52 (#23)  |  Zitat Zitat
Und was isr mit den Östreicher, Liechtensteiner, Elsässer usw.?? In jeder Region sind die Guggen verschieden . Ostschweizer tönen nicht wie Basler , Innerscheizer nicht wie die Westschweizer .......genau so verhält es sich auch im Deutschen . Ich glaube nicht, dass man z.B. eine Gugge aus dem Südwestdeutschen Raum ,die schon jahrzehntelang herumschränzen , mit eier Gugge aus dem mitteldeutschen Raum, wo alles jetzt erst so richtig ins Rollen kommt,auf einen Nenner(Deutsche Guggen) zu bringen sind.Also versucht bitte nicht Nationsvergleiche aufzustellen.
Grüess usm südweschtlichschtä Südweschtä

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Naddl
Kennt sich schon aus
**
ID # 127



-235-508-932
  Erstellt am 03. Dezember 2002 13:58 (#24)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail   HP HP
Hallo an alle... ich muss auch mal was dazu sagen!

Ich finde -das ist nicht böse gemeint lieber HolyGugger- überhaupt so weit schon zu sein, um sich die Frage zu stellen: "sind deutsche Guggen schlechter als schweizer??"

Ich finde schweizer Guggen haben was besonders, ich bekomme immer wieder eine Gänsehaut wenn ich Sie höre, aber deswegen sind Sie oder Wir nicht besser als andere!!!

Jede, aber auch jede Gugge ist die beste, denn wie schon erwähnt, jeder hat seinen eigenen Stil, und jeder hat einen anderen Geschmack.

Deshalb hat keiner das Recht zu sagen das die schweizer oder die deutschen besser oder schlechter sind!

Ich hoffe ich habe jetzt nichts falsches gesagt, aber das ist meine Persönliche Meinung! :meinung:

Habt mich noch lieb!!! :love:

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Naddl

www.bembeljeescher.de

Beiträge: 63 | Mitglied seit: September 2002 | IP-Adresse: gespeichert
disli
Guggt fast täglich rein... immer gerne gesehen
Moderatoren Team
***
ID # 17


  Erstellt am 03. Dezember 2002 14:22 (#25)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail   HP HP
ja Naddl, wir haben dich noch lieb. ;) :love:

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Disli, Webmaster von:

Guggemusig Schwanezunft

Beiträge: 610 | Mitglied seit: März 2002 | IP-Adresse: gespeichert
marionetta
Guggt fast täglich rein... immer gerne gesehen
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ID # 397


  Erstellt am 02. September 2003 11:16 (#26)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail   HP HP
also ich weiss nicht ob dieser beitrag jemals gelesen wird, da das thema schon recht alt ist. aber wieso macht ihr euch sorgen ob jetzt wir in der schweiz besser sind oder ihr aus deutschland? ->zeigt auch wettbewerbs- und konkurrnengedanke!

ist doch egal wer jetzt besser ist, solange das publikum die freude am zuhören hat, oder? waren auch schon in deutschland, in kornwestheim bei den renegades. die spielen nicht schlecht und haben noch eine geastgugge dort gehabt: näggr-gugga oder so irgendwie hiessen die. spielerisch sensationell aber stimmungsmässig??!?!! ist im übrigen auch bei uns in der schweiz so: nicht jede gugge die gut spielt ist auch gut. gut ist eine gugge wenn sie vermag, das publikum auf die tische zu jagen und eine höllenstimmung in die halle zaubert, oder?
:hb:

:meinung:

wenn denn das spielerische auch noch stimmt ist es wahnsinn einer solchen gugge zuzuhören...

gruss aus der schweiz!

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Tschapi-Maniiie am 20.11.2010!
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Beiträge: 1221 | Mitglied seit: September 2003 | IP-Adresse: gespeichert
Koli
Gast




  Erstellt am 02. September 2003 14:25 (#27)  |  Zitat Zitat
Warum eifern denn alle dem von HdB in Guggenwelt hinausgetragenen Sound nach ?

Warum spricht man über die Seegusler (O.K. - keine Gugge mehr)?

Was sind die Guggennamen: Nh, Arvi Hyler, Kultpur, BBF, Latärndlihöckler, Guguba, Lopper Gnome, usw. usf.

Bin nicht in einer Schweizer Gugge, aber denke der Anstoss zur modernen Guggenmusik kam aus der Schweiz.

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marionetta
Guggt fast täglich rein... immer gerne gesehen
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ID # 397


  Erstellt am 02. September 2003 15:40 (#28)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail   HP HP
ich denke auch dass der anstoss für moderne gugge aus der schweiz kam, auch was professionalität anbelangt. aber alle reden über hdb... hallo, die gibt's nicht mehr! wie lange gehts noch bis es endlich ALLE kapiert haben? und wieso gibt's sie nicht mehr? auch schon drüber nachgedacht....?!? ....

ist schon toll wenn man solchen guggen zuhören kann die du gerade erwähnt hast, aber das heisst ja nicht, dass gerade ALLE guggen so tönen müssen, oder? :merci:

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Beiträge: 1221 | Mitglied seit: September 2003 | IP-Adresse: gespeichert
Koli
Gast




  Erstellt am 02. September 2003 15:59 (#29)  |  Zitat Zitat
Das stimmt schon es sind nicht alle auf dem gleichen Level. Wir haben auch schon viele andere gehört. Man muss auch bedenken, dass sich aus der Masse eben diese Guggen und einige andere hervorheben und somit relativ weit bekannt sind. Nimmt man die Guggenanzahl von Luzern und stellt dann die bekannten Luzerner in Ralation siehts gleich wieder anderst aus.

Für D gilt, dass in den meisten Guggen der Stellenwert der Mitglieder zur Gugge nicht so hoch ist. In einge Gugge ists für die Mitglieder meist nur der 2. oder 3. Verein. Natürlich ist das auch in der Schweiz in manchen Regionen so, aber dafür ists in einigen üblich, dass z.B. eine Gugge mit 54 Mitglieder an einem Auftritt dann mit mindestens 50 Leuten da ist.

Zu bedenken gibt auch, dass gerade der "Konkurrenzkampf", der doch in CH wesentlich grösser ist, immer wieder andere Musiken dazu anspornt sich zu verändern und auch so kommt Qualität zu stande.

Noch eine Frage warum gibt es in D keine Guggen, die z.B. mit den NH musikalisch und auch kostümbezogen mithalten kann ? Das Spricht doch schon dafür, dass zumindest die Leader der Szene aus CH kommen.

O.K. es gibt in D einige Gruppen, die absolut mithalten können mit dem Grossteil der CH-Guggen. Wenige können sich vielleicht auch in der Spitze behaupten.

Ich als D`ler bin froh und freu mich über gut dargebotene Guggenmusik egal aus welchem Land. Es macht einfach Spass zu zuhören und zusehen und den Spass der Leute beim Spielen wahrzunehmen. Eine Atmosphäre die einfach rüberkommt und die gerade in Ländern, in denen Guggenmusik nicht so bekannt ist, sofort den Funke überspringen lässt.

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Fasnatiker
Ist öfters hier
**
ID # 203


  Erstellt am 02. September 2003 17:59 (#30)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail   HP HP
Was soll ich hier jetzt als schweizer Gugger schreiben? Wie lange ich schon in einer Gugge bin und welche Erfahrung ich doch schon habe und überhaupt?
Ich spiele in der Gugge weil ich es liebe. Ich mache es aus Leidenschaft (mag geschwollen tönen, ist aber so). Nach einer Saison warte ich nur wieder bis die Vorbereitungen für die neue Saison beginnen. Dann bin auch ich wieder da.
Deshalb sind für mich in einer guten Gugge die meisten Mitglieder mit der gleichen Begeisterung dabei wie ich.
So sollte es meiner Ansicht nach auch sein, denn so ensteht etwas besonderes.

@marionetta freue mich schon, bis wir an Eurem Fest spielen werden! :bb:

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Fasnacht kann man nicht beschreiben, Fasnacht lebt man.

Beiträge: 41 | Mitglied seit: Januar 2003 | IP-Adresse: gespeichert
Bibbi
Kennt sich schon aus
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ID # 120


  Erstellt am 03. September 2003 08:11 (#31)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail
Ist doch nicht Euer Ernst, geht das denn schon wieder los?
LEBEN UND LEBEN LASSEN!!

Beiträge: 116 | Mitglied seit: August 2002 | IP-Adresse: gespeichert
marionetta
Guggt fast täglich rein... immer gerne gesehen
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ID # 397


  Erstellt am 03. September 2003 08:35 (#32)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail   HP HP
@bibi: sorry, bin gestern das erste mal hier drin gewesen und habe mich derart über dieses thema aufgeregt...musste gleich reinschreiben!

@fasnatiker: gehe ich richtig in der annahme dass du i der gugge bist die aus der nähe von D kommt? ;)

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Tschapi-Maniiie am 20.11.2010!
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Beiträge: 1221 | Mitglied seit: September 2003 | IP-Adresse: gespeichert
Koli
Gast




  Erstellt am 03. September 2003 09:10 (#33)  |  Zitat Zitat
Für mich ist das ganz einfach. Den Ausschlag für unsere Gugge, so zu spielen, wie wir das jetzt tun, gab ein Auftritt der HdB nach dem Umzug in Winterthur. Das ist doch schon einige Jahre her. Einige hatten diese Gugge schon vorher gehört, aber dadruch dass alle diesen Sound erleben durften hat sich viel bewegt.

Klar haben wir unseren eigenen Stil. Aber der Auslöser war dieses Erlebnis.

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Fasnatiker
Ist öfters hier
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ID # 203


  Erstellt am 03. September 2003 11:19 (#34)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail   HP HP
@marionetta nicht ganz. Etwas mehr im Süden und etwas mehr im Westen. :D

@ all Falls Euch diese Frage wirklich so bewegt, ob und wenn überhaupt die schweizer Guggen nun besser sein sollen als die deutschen, dann sollten Ihr vielleicht mit der Gugge aufhören (meine Meinung).
Früher oder später seit Ihr dann nämlich da, wo wir schweizer Guggen waren oder noch sind: Konkurenzgedanke über alles und dadurch inerhalb der Szene einen riesen Stunk.

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Beiträge: 41 | Mitglied seit: Januar 2003 | IP-Adresse: gespeichert
Smiley
Gast




  Erstellt am 03. September 2003 12:36 (#35)  |  Zitat Zitat
Merkt ihr nicht, wie SINNLOS diese Diskussion ist.

:merci: :meinung:

Smiley :)

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böögg
Gast




  Erstellt am 03. September 2003 12:51 (#36)  |  Zitat Zitat
Hi all

Habe die Kommentare in diesem Forum gelesen...
...Die erste Frage die mich beschäftigt hat war "Was soll denn dieser s*******"....

Nun, ich stelle fest, dass hier eh jeder seine eigene Meinung hat und dass man hier noch tausend Meinungen niederschreiben könnte und auch dann hätte man keine Antwort auf die Fragen resp. Feststellungen.

Also werde ich Euch nun auch ein paar Zeilen hinterlassen.

Konkurrenzkampf in der CH-Guggenszene:

Den gibt es eigentlich nicht. - Was es gibt, sind einige Gugger, die das Gefühl haben, Sie täten das richtige oder leben den Neid aus, weil die andere Gugge etwas, sei es das Kostüm, die Grinden oder die Musik besser macht als die eigene.
Meine Erfahrung hat gezeigt, dass wenn man offen auf die Leute zugeht und sich vor Kontakt nicht scheut, kann man die geilsten Party's mit wildfremden Leuten feiern. - Auch kann es vorkommen, dass sich da wunderbare, langjährige Freundschaften daraus ergeben.... - Aber eben, das ganze ist eine individuelle Charaktersache!!!

Welche Guggen sind besser, welche schlechter:

Während in der Schweiz die Guggen nicht mehr vom Karneval, Fasching, der Fasnet oder was auch immer nicht mehr wegzudenken sind, steckt in Deutschland die Guggenszene noch vielerorts in den Kinderschuhen. - Das soll nichts schlechtes heissen... - Viele Deutsche Guggen sind aus Lumpenkapellen oder aus Musikgesellschaften entstanden. Und eine Umstellung vom "Musiker" zum "Gugger" kann den einen Leuten viel kopfzerbrechen bereiten...

Ich stelle fest, dass oft neugegründete Vereine oder Neumitglieder im Verein (sowohl in D als auch in der CH) mit einem übereifer ans Werk gehen...
Statt sich auf sich und den eigenen Verein zu konzentrieren denkt man fast Tag und Nacht an Möglichkeiten, mit welchen Mitteln man einer jener oben genannten Guggen am nächsten kommen könnte. - Wer sagt schon gerne: "Ich bin in einer ganz neuen Gugge mit 18 Mitgliedern und wir beschränken uns für's erste Mal auf "Beizenfasnacht"...."
Zudem muss jeder gleich in Foren und Chatrooms aktiv werden, weil man ja schliesslich auch dazu gehört und viele versuchen, gleich ein "Trendsetter" zu werden...

Es wurde von jemandem erwähnt, dass man aufhören sollte Gugge zu machen, wenn man sich mit solchen Konkurrenzgedanken auseinander setzt. - Dieser Aussage stimme ich voll zu! - Leben und Leben lassen, Wettspiele vermeiden und einfach das tun, wobei man sich am wohlsten fühlt und Egal ob man modernen sound macht oder Schunkellieder spielt.... das Feedback vom Publikum kommt von alleine! - Und das wichtigste nicht vergessen. - Selber den Fun am Anlass und der Fasi haben!!!

Tja, das war's von meiner Seite... ich wünsche allen gute Vorbereitungen und viel Freude an Eurem Hobby!!!

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flo-si
Guggt fast täglich rein... immer gerne gesehen
***
ID # 257


  Erstellt am 03. September 2003 13:29 (#37)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail   HP HP
Hi @ all,

Worauf es mir ankommt:
Leidenschaft beim spielen und begeisterung für die guggenmusik - so wie es auch "fasnatiker" ausgedrückt hat :bb: :bb:

Aber vielleicht kann man dieses thema mal schließen, es ist schlicht überflüssig :meinung:

Aber es freut mich, dass wieder mehr los ist, jetzt, wo die vorbereitungen für die nächste saison losgehen :hb: :hb:

Ich bin das ganze jahr über mit der guggenmusik beschäftigt, sei es hier im forum, oder auf meiner website...
Einige meiner freunde sind ab und zu schon ganz schön genervt, weil ich immer überlege, ob ein lied, dass ich gerade höre, auch als "gugge" rüberkommen würde
:D

Tja, so ist das halt...

Viele grüße und

keep on guggin'
Simon

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Keep on guggin'

flo-si
www.fasnet-musix.de
Webdesign (nicht nur) für Guggenmusik-Vereine

elbscheechen Guggenmusik Dresden

Beiträge: 1446 | Mitglied seit: Februar 2003 | IP-Adresse: gespeichert
Grobi
Gast




  Erstellt am 03. September 2003 13:49 (#38)  |  Zitat Zitat
Hallo ,natürlich ist das Thema verschieden und auch
schon überdrüssig.Aber ich schau mir aber gerne die Einträge an,
das regt zum überlegen ,zum schmunzeln und grübeln an.
Was soll man denn hier dauernd schreiben im Forum ? Sollte
man diese Themen nicht mehr im Forum bringen,wird es womöglich noch ein chat daraus ,wie im CH forum.
oder , :verkaufe Lyra ,120 € ? Wer ,der nicht gerade eine
Lyra sucht ,schaut noch ins Forum ? Also lasst die Leute ihre Meinungen schreiben;solange es nicht unter die Gürtellinie geht bin ich noch jeden Tag im Forum !!!

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Maik
1
********
ID # 1


  Erstellt am 03. September 2003 21:11 (#39)  |  Zitat Zitat   PN PN   E-Mail E-Mail   HP HP
Hallo zusammen,

ich kann Grobi eigentlich nur Recht geben - obgleich man sich über den Sinn dieses Themas streiten könnte ist es doch so, dass viele verschiedene Ansichten manchmal einen selbst zum Nachdenken (manchmal auch lachen oder gar ärgern) anregt ... man muss nur das Positive rausziehen.

Mann kann nicht überall sein - deshalb ist es doch nützlich auch mal von Leuten aus CH oder der anderen Seite des eigenen Bundeslandes was zu lesen ... denn die Meinungen gehen manchmal weiter auseinander als die Distanz in km ....

Die meisten schreiben dass man über "wer ist gut, wer besser ..:" usw. nicht diskutieren sollte. Warum nicht ? Trotzdem tut es doch jeder. Solange man sachlich bleibt und keinen persönlich angreift, sind Meinungen immer willkommen - auch wenn´s mal über SOLCH ein Thema ist.

In diesem Sinne ... keep on posting :D

-----------------------
Maik
Webmaster Guggenmusigg.de
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...für mehr «political correctness» in diesem Forum

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SKSW http://www.sksw.org

Beiträge: 1418 | Mitglied seit: Februar 2002 | IP-Adresse: gespeichert
Terminiert - zu spät ... so kann´s gehen
Gelöscht

ID # 359


  Erstellt am 04. September 2003 13:48 (#40)  |  Zitat Zitat
HALLO IHR LIEBEN
HALLO IHR IMKREISRUMDISKUTIERER
HALLO IHR BESSEREN
HALLO IHR SCHLECHTEREN
HALLO IHR MITTENDRIN

HAB DA WAS GEFUNDEN;LEHNT EUCH ZURÜCK UND LESET ANDÄCHTIG



Georg Simmel:
Soziologie der Konkurrenz

ex: Neue Deutsche Rundschau (Freie Bühne), 14. Jahrgang, Heft 10 vom Oktober 1903, pp. 1009-1023. (Berlin).


Aus Entzweiung und Kampf ist unserer Art so viel Leiden und Elend erwachsen, daß das Ideal des pax hominibus aufwachsen konnte, als die Vollendung des menschlichen Seins.

Denn fast unvermeidlich gilt unsere Wertung eines Lebenselementes seinem Gesamtbegriff, und nur schwer erkennt sie die völlige Entgegengesetztheit der Bedeutungen an, die einem und demselben je nach seinem Maß, seiner Ausnutzung, seinen Mitwirksamkeiten zu teil wird.

Denn das Friedensideal verleugnen nicht nur die des Kampfes frohen Naturen, die in diesem einen definitiven, durch sich selbst gerechtfertigten Wert fühlen; nicht nur der Psychologe, der im Kampf die Äußerung ununterdrückbarer Triebe, ein nicht auszuscheidendes Element des seelischen Lebens, mit all seinen Höhen und Schönheiten erkennt; sondern auch der Soziologe, für den eine Gruppe, die schlechthin zentripetal und harmonisch, bloß »Vereinigung« wäre, nicht nur empirisch unwirklich ist, sondern auch keinen eigentlichen Lebensprozeß aufweist; die Gesellschaft der Heiligen, die Dante in der Rose des Paradieses erblickt, mag sich so verhalten, aber sie ist auch jeder Veränderung und Entwicklung enthoben, während schon die heilige Versammlung der Kirchenväter in Raffaels Disputa sich, wenn nicht als wirklicher Streit, so doch als eine erhebliche Verschiedenheit von Stimmungen und Denkrichtungen darstellt, aus der die ganze Lebendigkeit und der wirkliche, organische Zusammenhang jenes Zusammenseins quillt.

Wie der Kosmos »Liebe und Haß«, attraktive und repulsive Kräfte braucht, um eine Form zu haben, so braucht auch die Gesellschaft irgend ein quantitatives Verhältnis von Harmonie und Disharmonie, Assoziation und Konkurrenz, Gunst und Mißgunst, um zu einer bestimmten Gestaltung zu gelangen.

Diese Entzweiungen sind keineswegs bloße soziologische Passiva, negative Instanzen, sodaß die definitive, wirkliche Gesellschaft nur durch die andern und positiven sozialen Kräfte zustande käme, und zwar immer nur so weit, wie jene es nicht verhindern. Diese gewöhnliche Auffassung ist ganz oberflächlich.

Die Gesellschaft, wie sie gegeben ist, ist das Resultat beider Kategorien von Wechselwirkungen, die insofem beide völlig positiv auftreten.

In Wirklichkeit braucht, was zwischen Individuen, in bestimmter Richtung laufend und isoliert betrachtet, etwas Negatives und Abträgliches ist, innerhalb der Totalität der Beziehung keineswegs ebenso zu wirken; denn hier gibt es mit anderen, von ihm nicht berührten Wechselwirkungen zusammen ein ganz neues Bild, in dem das Negative und Dualistische nach Abzug dessen, was es etwa an singulären Beziehungen zerstört hat, seine durchaus positive Rolle spielt.

Es würde keineswegs immer ein reicheres und volleres Gemeinschaftsleben ergeben, wenn die repulsiven und, im einzelnen betrachtet, auch destruktiven Energien in ihm verschwänden - wie es ein qualitativ ungeändertes und reicheres Vermögen ergibt, wenn seine Passiva wegfielen - sondern ein ebenso verändertes und oft ebenso unrealisierbares Bild wie nach Wegfall der Kräfte der Kooperation und Zuneigung, der Hilfeleistung und Interessenharmonie.

Wie sich der Kampf in das gesellschaftliche Leben verweht, wie er als eine besondere Art der Wechselwirkung die Einheitlichkeit der Gesellschaft beeinflußt, die nichts als eine Summe von Wechselwirkungen ist - das wollen diese Betrachtungen für eine eigentümliche Form des Kampfes, für die Konkurrenz, deutlich machen.

Für das soziologische Wesen der Konkurrenz ist es zunächst bestimmend, daß der Kampf ein indirekter ist.

Wer den Gegner unmittelbar beschädigt oder aus dem Wege räumt, konkurriert insofern nicht mehr mit ihm.

Der Sprachgebrauch verwendet vielmehr im allgemeinen das Wort nur für solche Kämpfe, die in den parallelen Bemühungen beider Parteien um einen und denselben Kampfpreis bestehen.

Die Unterschiede derselben gegen andere Kampfarten lassen sich näher etwa so bezeichnen.

Die Form des Konkurrenzkampfes ist vor allem nicht Offensive und Defensive - deshalb nicht, weil der Kampfpreis sich nicht in der Hand eines der Gegner befindet.

Wer mit einem andern kämpft, um ihm sein Geld oder sein Weib oder seinen Ruhm abzugewinnen, verfährt in ganz anderen Formen, mit einer ganz anderen Technik, als wer mit einem anderen darum konkurriert, wer das Geld des Publikums in seine Tasche leiten, wer die Gunst einer Frau gewinnen, wer durch Taten oder Worte sich den größeren Namen machen solle.

Während in vielen anderen Kampfarten deshalb die Besiegung des Gegners nicht nur den Siegespreis unmittelbar einträgt, sondern der Siegespreis selbst ist, treten bei der Konkurrenz zwei andere Kombinationen auf: wo die Besiegung des Konkurrenten die zeitlich erste Notwendigkeit ist, da bedeutet diese Besiegung an sich eben noch gar nichts, sondern das Ziel der ganzen Aktion wird erst durch das Sich-Darbieten eines von jenem Kampf an sich ganz unabhängigen Wertes erreicht.

Der Kaufmann, der seinen Konkurrenten erfolgreich beim Publikum der Unsolidität verdächtigt hat, hat damit noch nichts gewonnen, wenn die Bedürfnisse des Publikums etwa plötzlich von der Warensorte, die er anbietet, abgelenkt werden; der Liebhaber, der seinen Nebenbuhler verscheucht oder unmöglich gemacht hat, ist damit noch keinen Schritt weiter, wenn die Dame nun auch ihm ihre Neigung vorenthält; einer Konfession, die um den Gewinn eines Proselyten streitet, braucht dieser noch lange nicht darum anzuhängen, daß sie die konkurrierende durch den Nachweis ihrer Unzulänglichkeit aus dem Felde geschlagen hat - wenn ihr nicht aus dem Gemüte jenes Bedürfnisse, die sie positiv befriedigen kann, entgegenkommen.

Der Konkurrenzkampf erhält bei diesem Typus seine Färbung dadurch, daß die Entscheidung des Kampfes für sich noch nicht den Zweck des Kampfes realisiert, wie überall da, wo Zorn oder Rache, Strafe oder der ideale Wert des Sieges als solchen den Kampf motiviert.

Noch mehr vielleicht unterscheidet sich der zweite Typus der Konkurrenz von anderen Kämpfen.

Bei diesem besteht der Kampf überhaupt nur darin, daß jeder der Bewerber für sich auf das Ziel zustrebt, ohne eine Kraft auf den Gegner zu verwenden.

Der Wettläufer, der nur durch seine Schnelligkeit, der Kaufmann, der nur durch den Preis seiner Ware, der Proselytenmacher, der nur durch die innere Überzeugungskraft seiner Lehre wirken will, exemplifizieren diese merkwürdige Art des Kampfes, die an Heftigkeit und leidenschaftlichem Aufgebot aller Kräfte jeder anderen gleichkommt, zu dieser äußersten Leistung auch nur durch das wechselwirkende Bewußtsein von der Leistung des Gegners gesteigert wird, und doch, äußerlich angesehen, so verfährt, als ob kein Gegner, sondern nur das Ziel auf der Welt wäre.

So verschlingt sich in dieser Form aufs wunderbarste die Subjektivität des Endzieles mit der Objektivität des Endergebnisses, eine überindividuelle Einheit sachlicher oder sozialer Natur schließt die Parteien und ihren Kampf ein, man kämpft mit dem Gegner, ohne sich gegen ihn zu wenden, sozusagen ohne ihn zu berühren; so führt uns die subjektive antagonistische Triebfeder zur Verwirklichung objektiver Werte, und der Sieg des Kampfes ist nicht eigentlich der Erfolg eines Kampfes, sondern eben der Wertverwirklichungen, die jenseits des Kampfes stehen.

Darin liegt nun der ungeheure Wert der Konkurrenz für den sozialen Kreis, falls die Konkurrenten von einem solchen umfaßt sind.

Während die anderen Kampftypen: bei denen entweder der Kampfpreis ursprünglich sich in den Händen der einen Partei befindet, oder wo die subjektive Feindseligkeit und nicht der Gewinn eines Preises das Kampfmotiv bildet während diese Typen die Werte und Kräfte der Kämpfer sich gegenseitig verzehren lassen, und als Resultat für die Gesamtheit oft nur verbleibt, was die einfache Subtraktion der schwächeren Kraft von der stärkeren übrig läßt, wirkt umgekehrt die Konkurrenz, wo sie sich von der Beimischung der anderen Kampfformen frei hält, durch ihre unvergleichliche Kombination meistens wertsteigernd: da sie, vom Standpunkt der Gruppe aus gesehen, subjektive Motive als Mittel darbietet, um objektive soziale Werte zu erzeugen und, vom Standpunkt der Partei, die Produktion des objektiv Wertvollen als Mittel benutzt, um subjektive Befriedigungen zu gewinnen.

Dies ist ein sehr reiner Fall des häufigen Typus: daß für die Gattung, für die Gruppe, kurz für das umfassende Gebilde Mittel ist, was für das Individuum Endzweck ist, und umgekehrt.

Zu höchst gilt dies in weitem Umfang für das Verhältnis des Menschen zu der metaphysischen Totalität, zu seinem Gott.

Wo die Idee eines göttlichen Weltplanes aufwächst, da sind die Endzwecke des Einzelwesens nichts als Stufen und Mittel, die das absolute Endziel aller irdischen Bewegungen, wie es in dem göttlichen Geiste gesetzt ist, verwirklichen helfen; für das Subjekt aber, in der Unbedingtheit seines Ich-Interesses, ist nicht nur die empirische, sondern auch jene transzendente Wirklichkeit nur ein Mittel für seinen Zweck: sein Wohlergehen auf Erden oder sein Heil im Jenseits, das Glück ruhiger, erlöster Vollkommenheit oder ekstatischer Gotterfülltheit sucht es durch den Gott, der ihm dies alles vermittle; wie Gott als das absolute Sein auf dem Umwege über den Menschen zu sich selbst kommt, so der Mensch zu sich selbst auf dem Umwege über Gott.

Für das Verhältnis zwischen dem Individuum und seiner Gattung im biologischen Sinn ist dies längst bemerkt; der erotische Genuß, für jenes ein sich selbst rechtfertigender Endzweck, ist für die Gattung nur ein Mittel, durch das sie sich ihre Fortsetzung über jeden momentanen Bestand hinaus sichere; diese Erhaltung der Gattung, die mindestens gleichnisweise als ihr Zweck gilt, ist für das Individuum oft genug nur das Mittel, sich selbst in seinen Kindern fortzusetzen, seinem Besitz, seinen Eigenschaften, seiner Vitalität eine Art Unsterblichkeit zu verschaffen.

In den sozialen Beziehungen kommt das, was man als Harmonie der Interessen zwischen der Gesellschaft und dem Einzelnen bezeichnet, eben darauf hinaus.

Das Tun des Einzelnen wird normiert und vorgespannt, um die rechtlichen und sittlichen, die politischen und kulturellen Verfassungen der Menschen zu tragen und zu entwickeln; was aber im ganzen nur dadurch gelingt, daß die eigenen eudämonistischen und sittlichen, materiellen und abstrakten Interessen des Individuums sich jener überindividuellen Werte als Mittel bemächtigen; so ist etwa die Wissenschaft ein Inhalt der objektiven Kultur und als solcher ein selbstgenugsamer Endzweck der gesellschaftlichen Entwicklung, der sich durch das Mittel des individuellen Erkenntnistriebes verwirklicht; für das Individuum aber ist die ganze vorliegende Wissenschaft samt dem von ihm selbst erarbeiteten Teile ihrer ein bloßes Mittel für die Befriedigung seines persönlichen Erkenntnistriebes.

Nun sind allerdings diese Verhältnisse keineswegs immer von so harmonischer Symmetrie; sie beherbergen vielmehr oft genug den Widerspruch, daß zwar sowohl das Ganze wie der Teil sich als Endzweck und demnach den anderen als Mittel behandeln, keines von beiden aber diese Rolle als Mittel akzeptieren will.

Daraus ergeben sich Reibungen, die an jedem Punkt des Lebens fühlbar sind und die Zwecke des Ganzen wie der Teile nur unter gewissen Abzügen sich verwirklichen lassen.

Das gegenseitige Sich-Aufreiben der Kräfte, das dem positiven Ergebnis nicht zu Gute kommt, und die Unbelohntheit und Ungenütztheit der als schwächer erwiesenen bilden derartige Abzüge innerhalb der Konkurrenz, die sonst jene Symmetrie einander entgegenlaufender Zweckreihen so deutlich zeigt.

Allein die inhaltliche Förderung, die der Konkurrenz durch ihre eigentümlich vermittelte Wechselwirkungsform gelingt, ist hier nicht so wichtig wie die soziologische.

Indem der Zielpunkt, um den innerhalb einer Gesellschaft die Konkurrenz von Parteien stattfindet, doch wohl durchgängig die Gunst eines oder vieler dritter Personen ist - drängt sie jede der beiden Parteien, zwischen denen sie stattfindet, mit außerordentlicher Enge an jene dritten heran.

Man pflegt von der Konkurrenz ihre vergiftenden, zersprengenden, zerstörenden Wirkungen hervorzuheben und im übrigen nur jene inhaltlichen Werte als ihre Produkte zuzugeben.

Daneben aber steht doch diese ungeheure vergesellschaftende Wirkung: sie zwingt den Bewerber, der einen Mitbewerber neben sich hat und häufig erst hierdurch ein eigentlicher Bewerber wird, dem Umworbenen entgegen- und nahezukommen, sich ihm zu verbinden, seine Schwächen und Stärken zu erkunden und sich ihnen anzupassen, alle Brücken aufzusuchen oder zu schlagen, die sein Sein und seine Leistungen mit jenem verbinden könnten.

Freilich geschieht dies oft um den Preis der persönlichen Würde und des sachlichen Wertes der Leistung; vor allem bewirkt die Konkurrenz zwischen den Produzenten der höchsten geistigen Leistungen, daß diejenigen, die zur Leitung der Masse bestimmt sind, sich ihr unterordnen: um überhaupt nur zur wirksamen Ausübung ihrer Funktion als Lehrer oder Parteiführer, als Künstler oder Journalist zu gelangen, bedarf es des Gehorsams gegen die Instinkte oder Launen der Masse, sobald diese auf Grund der Konkurrenz die Auswahl unter den Bewerbern hat.

Dadurch wird freilich inhaltlich eine Umkehrung der Rangordnung und der sozialen Lebenswerte geschaffen, aber das vermindert nicht die formale Bedeutung der Konkurrenz für die Synthesis der Gesellschaft.

Ihr gelingt unzählige Male, was sonst nur der Liebe gelingt: das Ausspähen der innersten Wünsche eines anderen, bevor sie ihm noch selbst bewußt geworden sind.

Die antagonistische Spannung gegen den Konkurrenten schärft bei dem Kaufmann die Feinfühligkeit für die Neigungen des Publikums bis zu einem fast hellseherischen Instinkt für die bevorstehenden Wandlungen seines Geschmacks, seiner Moden, seiner Interessen; und doch nicht nur bei dem Kaufmann, sondern auch bei dem Zeitungsschreiber, dem Künstler, dem Buchhändler, dem Parlamentarier.

Die moderne Konkurrenz, die man als den Kampf aller gegen alle kennzeichnet, ist doch zugleich der Kampf aller um alle.

Niemand wird die Tragik davon in Abrede stellen, daß die Elemente der Gesellschaft gegen einander, statt mit einander arbeiten, daß unzählige Kräfte in dem Kampf gegen den Konkurrenten verschwendet werden, die zu positiver Arbeit verwendbar wären, daß endlich auch die positive und wertvolle Leistung ungenutzt und unbelohnt ins Nichts fällt, sobald eine wertvollere oder wenigstens anziehendere mit ihr konkurriert.

Aber alle diese Passiva der Konkurrenz in der sozialen Bilanz stehen doch nur neben der ungeheuren synthetischen Kraft der Tatsache, daß die Konkurrenz in der Gesellschaft doch Konkurrenz um den Menschen ist, ein Ringen um Beifall und Aufwendung, um Einräumungen und Hingebungen jeder Art, ein Ringen der wenigen um die vielen wie der vielen um die wenigen; kurz, ein Verweben von tausend soziologischen Fäden durch die Konzentrierung des Bewußtseins auf das Wollen und Fühlen und Denken der Mitmenschen, durch die Adaptierung der Anbietenden an die Nachfragenden, durch die raffiniert vervielfältigten Möglichkeiten, Verbindung und Gunst zu gewinnen.

Seit die enge und naive Solidarität primitiver sozialer Verfassungen der Dezentralisation gewichen ist, die der unmittelbare Erfolg der quantitativen Erweiterung der Kreise sein mußte, scheint das Sich-Bemühen des Menschen um den Menschen, das Sich-Anpassen des einen an den andern eben nur um den Preis der Konkurrenz möglich, also des gleichzeitigen Kampfes gegen einen Nebenmann um den dritten -gegen welch' letzteren man übrigens vielleicht in irgend einer anderen Beziehung um jenen konkurriert.

Jene Interessen, die den Kreis schließlich von Glied zu Glied zusammenhalten, scheinen bei der Weite und Individualisierung der Gesellschaft nur lebendig zu sein, wenn die Not und die Hitze des Konkurrenzkampfes sich dem Subjekte aufdrängt.

Auch zeigt sich die sozialisierende Kraft der Konkurrenz keineswegs nur in diesen gröberen, sozusagen öffentlichen Fällen.

In unzähligen Kombinationen des Familienlebens wie der Erotik, der gesellschaftlichen Plauderei wie der auf Überzeugung gerichteten Disputation, der Freundschaft wie der Eitelkeitsbefriedigungen begegnet uns die Konkurrenz zweier um den dritten, oft freilich nur in Andeutungen, gleich fallen gelassenen Ansätzen, als Seiten oder Teilerscheinungen eines Totalvorganges.

Überall aber, wo sie auftritt, entspricht dem Antagonismus der Konkurrenten ein Darbieten oder Verlocken, ein Versprechen oder Sich-Anschließen, das jeden von beiden mit dem dritten in eine Beziehung bringt; diese ist zwar zunächst eine einseitige, gewinnt aber bei dem Sieger oft eine Intensität, zu der es ohne die eigentümliche, nur durch die Konkurrenz ermöglichte, fortwährende Vergleichung der eigenen Leistung mit einer andern und ohne die Erregung durch die Chancen der Konkurrenz nicht gekommen wäre.

Je mehr der Liberalismus außer in die wirtschaftlichen und die politischen auch in die familiären und geselligen, die kirchlichen und freundschaftlichen, die Rangordnungs- und allgemeinen Verkehrsverhältnisse eingedrungen ist, das heißt also: je weniger diese vorbestimmt und durch allgemeine historische Normen geregelt, je mehr sie dem labilen, von Fall zu Fall sich herstellenden Gleichgewicht oder Verschiebungen der Kräfte überlassen sind - desto mehr wird ihre Gestaltung von fortwährenden Konkurrenzen abhängen; und der Ausgang dieser wiederum in den meisten Fällen von dem Interesse, der Liebe, den Hoffnungen, die die Konkurrenten in verschiedenem Maße in dem oder den dritten, den Mittelpunkten der konkurrierenden Bewegungen, zu erregen wissen. Das wertvollste Objekt für den Menschen ist der Mensch, unmittelbar wie mittelbar.

Letzteres, weil in ihm die Energien der untermenschlichen Natur aufgespeichert sind, wie in dem Tiere, das wir verzehren oder für uns arbeiten lassen, die des Pflanzenreiches, und wie in diesem die von Sonne und Erdboden, Luft und Wasser.

Der Mensch ist das kondensierteste und in der Ausnutzung ergiebigste Gebilde und in dem Maße, in dem die Sklaverei, d. h. das mechanische Sich-seiner-Bemächtigen aufhört, wächst die Notwendigkeit, ihn seelisch zu gewinnen.

Der Kampf mit dem Menschen, der ein Kampf um ihn und seine Versklavung war, wandelt sich deshalb in die kompliziertere Erscheinung der Konkurrenz, in der freilich auch ein Mensch mit dem andern, aber um einen dritten kämpft.

Und der Gewinn dieses dritten, tausendfach nur durch die soziologischen Mittel der Überredung oder Überzeugung, der Über- oder Unterbietung, der Suggestion oder Drohung, kurz, durch den seelischen Konnex zu erreichen, bedeutet auch in seinem Erfolge ebenso oft nur einen solchen, nur die Stiftung einer Verbindung, von der momentanen des Kaufes im Ladengeschäft bis zur Ehe.

Mit der kulturellen Steigerung der Intensität und Kondensierung der Lebensinhalte muß der Kampf um dieses kondensierteste aller Güter, die menschliche Seele, immer größeren Raum einnehmen und damit die zusammenführenden Wechselwirkungen, die seine Mittel wie seine Ziele sind, ebenso vermehren wie vertiefen.

Hierin liegt schon angedeutet, wie sehr die soziologische Struktur der Kreise sich nach dem Maße und den Arten der Konkurrenz, die sie zulassen, unterscheidet.

Zunächst tritt die Differenz auf: ob der Interesseninhalt des Kreises von sich aus ihm eine neue Form aufnötigt, die die Konkurrenz verbietet oder einschränkt - oder ob er, an sich der Konkurrenz wohl zugänglich, nur durch die besondere historische Formung seines Inhaltes, durch allgemeine oder jenseits der fraglichen Interessen stehende Prinzipien an ihr behindert wird. Das erstere ist unter zwei Voraussetzungen möglich.

Tritt Konkurrenz dann ein, wenn ein nicht für alle Bewerber ausreichendes oder überhaupt zugängliches Gut nur dem Sieger eines Wettbewerbes unter ihnen zufällt - so ist sie ersichtlich ausgeschlossen, wo entweder die Elemente eines Kreises überhaupt nicht auf ein Gut zustreben, das ihnen gleichmäßig erwünscht wäre oder wo dieses zwar der Fall ist, das Gut aber für alle gleichmäßig ausreicht.

Für jenes spricht die Vermutung überall da, wo die Vergesellschaftung nicht von einem gemeinsamen terminus ad quem, sondern einem gemeinsamen terminus a quo, einer einheitlichen Wurzel, ausgeht. So vor allem die Familie.

In ihr mögen freilich gelegentliche Konkurrenzen vorkommen: die Kinder können um die Liebe oder um die Erbschaft der Eltern, oder auch die Eltern unter sich um die Liebe der Kinder konkurrieren.

Diese sind aber durch personale Zufälligkeiten bestimmt - nicht anders als wenn etwa zwei Brüder kaufmännische Konkurrenten sind -und ohne Beziehung zu dem Prinzip der Familie.

Dieses Prinzip ist vielmehr das eines organischen Lebens; der Organismus aber ist Selbstzweck, er weist als solcher nicht über sich hinaus auf ein ihm äußeres Ziel, um dessen Gewinn seine Elemente zu konkurrieren hätten.

Die rein personale, aus der Antipathie der Naturen entspringende Feindseligkeit ist freilich dem Friedensprinzip, ohne das die Familie auf die Dauer nicht bestehen kann, entgegengesetzt genug, allein gerade die Enge des Miteinanderlebens, die soziale und ökonomische Zusammengefaßtheit, die einigermaßen gewalttätige Präsumtion der Einheit - alles dies bewirkt gerade besonders leicht Reibungen, Gespanntheiten, Oppositionen; ja der Familienkonflikt ist eine Streitform sui generis.

Seine Ursache, seine Zuspitzung, seine Ausbreitung auf die Unbeteiligten, die Form des Kampfes wie die der Versöhnung ist durch seinen Verlauf auf der Basis einer organischen, durch tausend innere und äußere Bindungen erwachsenen Einheit völlig eigenartig, mit keinem sonstigen Konflikt vergleichbar.

Aber die Konkurrenz fehlt in diesem Komplex von Symptomen, weil der Familienkonflikt sich unmittelbar von Person zu Person spinnt und die Indirektheit der Richtung auf ein objektives Ziel, die der Konkurrenz eigen ist, wohl zufällig hinzutritt, aber nicht aus seinen spezifischen Energien entspringt. Den anderen soziologischen Typus des Konkurrenzausschlusses exemplifiziert die religiöse Gemeinde.

Hier richten sich allerdings parallele Bestrebungen aller auf ein für alle gleiches Ziel, allein zu einer Konkurrenz kommt es nicht, weil die Erreichung dieses Zieles durch den einen nicht den andern von ihm ausschließt. Zum mindesten nach der christlichen Vorstellung ist in Gottes Hause Platz für alle.

Wenn die Gnadenwahl diesen Platz dennoch einigen vorenthält und ihn anderen gewährt, so ist damit gerade die Nutzlosigkeit jeder Konkurrenz ausgesprochen.

Dies ist vielmehr eine eigentümliche Form und Schicksal parallel laufender Bewerbungen, das man als passive Konkurrenz bezeichnen könnte; die Lotterie und das Hazardspiel sind reine Erscheinungen eben derselben.

Es ist zwar ein Wettbewerb um einen Preis, aber es fehlt das Wesentliche der Konkurrenz: die Differenz der individuellen Energien als Grund des Gewinnes.

Der Erfolg ist zwar an irgend eine Vorleistung, aber seine Verschiedenheit nicht an die Verschiedenheit dieser geknüpft.

Dies ergibt unter den Individuen des durch eine derartige Chance vergemeinsamten Kreises eine durchaus eigenartige Beziehung, der eigentlichen Konkurrenz gegenüber eine ganz neue Mischung von Gleichheit und Ungleichheit der Bedingungen.

Wo eine Anzahl von Menschen den genau gleichen Einsatz leisten und unter den genau gleichen Chancen des Erfolges stehen, aber wissen, daß eine von ihnen nicht beeinflußbare Macht diesen Erfolg ganz versagt oder ganz gewährt, da wird einerseits eine Gleichgültigkeit unter ihnen herrschen, ganz anders als bei der Konkurrenz, bei der der Erfolg von dem Vergleiche der Leistungen abhängt; andrerseits wirkt das Bewußtsein, auf Grund der Leistungsqualität den Preis zu verdienen oder einzubüßen, beruhigend, objektivierend auf das Gefühl für den andern, während hier, wo dies fehlt, Neid und Erbitterung ihren eigentlichen Platz haben.

Den Auserwählten in einer Gnadenwahl, den Gewinner im Trente-et-quarante wird der Unterlegene nicht hassen, sondern beneiden; wegen der gegenseitigen Unabhängigkeit der Leistung haben beide eine größere Distanz und apriorische Gleichgültigkeit gegen einander als die Konkurrenten eines wirtschaftlichen oder Sportkampfes; und bei einem solchen wird gerade die Verdientheit des Mißerfolges leicht den charakteristischen Haß erzeugen, der in der Projizierung des eigenen Unzulänglichkeitsgefühles auf denjenigen besteht, der uns zu ihm verhilft.

Das - übrigens immer sehr lockere - Verhältnis jener Kreise also, insoweit eine Gnadenwahl göttlicher oder schicksalsmäßiger oder menschlicher Instanzen ihre Gemeinsamkeit ausmacht, ist eine spezifische Verschlingung von Gleichgültigkeit und latentem Neide, der nach der Entscheidung, zugleich mit den entsprechenden Gefühlen der Sieger, aktuell wird.

So sehr dies also von den wechselwirkenden Gefühlen der Konkurrenz abweicht, so ist doch wahrscheinlich auch in jeder echten Konkurrenz ein geringerer oder stärkerer Beisatz dieses Verhältnisses durch gemeinsame Chancen, irgend ein Appell an ein Etwas in der Macht über den Parteien, das sich von sich aus und nicht von den Leistungen dieser aus entscheidet.

Das sehr wechselnde Maß dieses fatalistischen Beisatzes ergibt eine ganz besondere Graduierung der Konkurrenzverhältnisse bis zu dem Typus der Gnadenwahl, in dem er allein herrschend geworden und das aktive und Differenzierungsmoment, das die Konkurrenz als solche bezeichnet, völlig ausgeschieden ist.

Als eine zweite scheinbare Konkurrenz in der religiösen Gruppe tritt die eifersüchtige Leidenschaft hervor, es andern in der Gewinnung der höchsten Güter zuvorzutun, die die Leistungen vielfach steigern mag, die Gebotserfüllungen und verdienstlichen Werke, die Devotionen und die Askese, die Gebete und Spenden.

Allein hierbei fehlt das weitere Charakteristikum der Konkurrenz: daß der Gewinn, weil er dem einen zufällt, dem andern versagt bleiben muß.

Hier liegt ein soziologisch beachtenswerter Unterschied vor, den man als den zwischen Wettbewerb und Wetteifer bezeichnen mag.

Bei jedem Wettbewerb, selbst um die idealen Güter der Ehre und Liebe, wird die Bedeutung der Leistung durch das Verhältnis bestimmt, das sie zu der Leistung des Nebenmannes hat; die Leistung des Siegers würde, genau dieselbe bleibend, doch einen völlig anderen sachlichen Ertrag für ihn ergeben, wenn die des Konkurrenten größer statt kleiner als sie wäre.

Diese Abhängigkeit des absoluten Erfolges von dem relativen (anders ausgedrückt: des sachlichen von dem personalen) motiviert die ganze Konkurrenzbewegung, fehlt aber gänzlich innerhalb jenes religiösen Wetteifers.

Denn hier trägt das Tun des Einzelnen seine Frucht ganz unmittelbar, der absoluten Gerechtigkeit der höchsten Instanz würde es unwürdig sein, den Lohn des individuellen Tuns irgendwie davon abhängen zu lassen, ob das Verdienst irgend welcher anderen Individuen ein höheres oder ein niedereres ist; es wird vielmehr jedem nur nach seinen Werken, wie sie sich an den transzendenten Normen messen, vergolten, während der Wettbewerb jedem eigentlich nach den Werken des Nebenmannes - nach der Relation zwischen jenem und diesen - vergilt.

Es fällt also bei dem Typus des religiösen Wetteifers der Sachverhalt, der die Konkurrenz sachlich motiviert, hinweg, und der Wunsch, es dem anderen auch hier zuvorzutun, wo das Übertreffen als solches keinen andern Ertrag bringt, als er der Leistung so wie so zufällt - ist nur der Schatten der Konkurrenz, der den gleichen äußeren Umriß wie sie selbst, aber ohne ihren Inhalt, darbietet.

Insofern das Ziel, dem die Mitglieder eines Kreises als solche zustreben, die religiöse, d. h. unbeschränkte und von ihrer Relation unter einander unabhängige Möglichkeit des Gewährens besitzt, wird der Kreis keine Konkurrenz ausbilden.

Dies ist demnach auch der Fall bei allen Vereinigungen, die schlechthin auf Rezeptivität gestellt sind und individuell unterschiedenen Aktivitäten überhaupt keinen Raum geben: also wissenschaftliche oder literarische Vereine, die nur Vorträge veranstalten, Reisegesellschaften, Vereinigungen zu bloß epikureischen Zwecken.

Entsprangen in all diesen Fällen also aus den besonderen Zweckinhalten der Gruppe soziologische Formungen, die die Konkurrenz ausschlossen, so können nun weiterhin Gründe, die jenseits der inhaltlichen Interessen und ihres Charakters stehen, dem Gruppenleben den Verzicht, sei es auf die Konkurrenz überhaupt, sei es auf bestimmte ihrer Mittel, auferlegen.

Das erstere findet in dem Maße statt, in dem das sozialistische Prinzip der einheitlichen Organisation aller Arbeit und das mehr oder weniger kommunistische der Gleichheit der Arbeitserträge zur Herrschaft gelangen.

Die Konkurrenz ruht, formal betrachtet, auf dem Prinzip des Individualismus; allein sobald sie innerhalb einer Gruppe stattfindet, ist ihr Verhältnis zu dem Sozialprinzip: der Unterordnung alles Individuellen unter das einheitliche Interesse der Gesamtheit - nicht ohne weiteres klar.

Der einzelne Konkurrent ist sich freilich Selbstzweck, er setzt seine Kräfte für den Sieg seiner Interessen ein.

Allein da der Kampf der Konkurrenz vermittelst objektiver Leistungen geführt wird und ein für dritte irgendwie wertvolles Resultat zu ergeben pflegt, so kann das rein soziale Interesse, dieses Resultat als Endziel konstituierend, das für die Konkurrenten selbst nur Nebenprodukt ist - die Konkurrenz nicht nur, zulassen, sondern direkt hervorrufen.

Sie ist also keineswegs, wie man leicht meint, solidarisch mit dem individualistischen Prinzip verbunden, für das der Einzelne: sein Glück, seine Leistung, seine Vollkommenheit, den absoluten Sinn und Zweck alles geschichtlichen Lebens bildet.

In bezug auf die Frage nach dem Endzweck hat sie vielmehr die Indifferenz jeder bloßen Technik.

Sie findet also ihren Gegensatz und ihre Negierung nicht an dem Prinzip des allein herrschenden Sozialinteresses, sondern nur an einer andern Technik, die dieses sich bildet, und die man als Sozialismus im engeren Sinn bezeichnet.

Im allgemeinen nämlich ist die Wertung des Ganzen gegenüber den Einzelschicksalen, die Tendenz der Einrichtungen oder wenigstens der Gedanken auf das allen Gemeinsame und alle Einschließende, dem jedes Individuelle zu dienen hätte - diese ist mit der Richtung auf Organisierung aller Einzelarbeiten verbunden; d. h. man sucht diese Arbeiten von einem einheitlichen, vernunftmäßigen Plane aus zu leiten, der jede Reibung zwischen den Elementen, jeden Kraftverbrauch durch Wettkampf, jeden Zufall bloß persönlicher Initiative ausschließt; der Erfolg für das Ganze wird also nicht durch das antagonistische Sich-Messen spontan eingesetzter Kräfte erreicht, sondern durch die Direktive von einem Zentrum aus, die von vornherein alle zu einem Ineinandergreifen und Sich-Ergänzen organisiert, wie es am vollkommensten an der Beamtenschaft eines Staates oder dem Personal einer Fabrik erreicht ist.

Diese sozialistische Form der Produktion ist nichts als eine Technik, um die materialen Zwecke des Glücks und der Kultur, der Gerechtigkeit und der Vervollkommnung zu erreichen - und muß deshalb der freien Konkurrenz überall da weichen, wo diese als das praktisch geeignetere Mittel erscheint.

Es handelt sich dabei keineswegs nur um politische Parteizugehörigkeit; sondern die Frage, ob die Befriedigung eines Bedürfnisses, die Schaffung eines Wertes, der Konkurrenz individueller Kräfte oder ihrer rationellen Organisierung, ihrem Gegeneinander oder ihrem Miteinander überlassen werden soll - diese Frage will in tausend partiellen oder rudimentären Formen beantwortet werden, bei Verstaatlichungen und Kartellierungen, bei Preiskonkurrenzen und Kinderspielen; sie meldet sich bei dem Problem, ob Wissenschaft und Religion den tieferen Lebenswert erzeugen, wenn sie in ein harmonisches System geordnet sind, oder gerade wenn jede von beiden die Lösungen, die die andre gewährt, zu überbieten sucht und diese Konkurrenz beide zu höchster Steigerung zwingt; sie wird für die Entscheidungen der Schauspielregie wichtig: ob es für den Gesamteffekt richtiger ist, jeden Schauspieler seine volle Individualität entfalten und durch den Wettstreit der selbständigen Beeiferungen das Ganze steigem und beleben zu lassen, oder ob von vornherein das künstlerische Gesamtbild die Individualitäten zu gefügigem Sich-Anpassen herabsetzen solle; sie spiegelt sich innerhalb des Individuums, wenn wir einmal den Konflikt ethischer und ästhetischer Impulse, intellektueller und instinktiver Beschlüsse als die Bedingung derjenigen Entscheidungen fühlen, die unser eigentliches Sein am wahrsten und lebendigsten ausdrücken, und ein andres Mal diesen entgegengesetzten Einzelkräften nur so weit das Wort verstatten, wie sie sich in ein einheitliches, von einer Tendenz geführtes Lebenssystem einordnen.

Man wird den Sozialismus in seinem gewöhnlichen Sinne als ökonomischpolitische Tendenz nicht völlig verstehen, wenn man ihn nicht als die vervollständigte und rein herausgelöste Gestaltung einer Lebenstechnik erkennt, die und deren Gegensatz sich in Ansätzen und unkenntlicheren Verwirklichungen über das ganze Problemgebiet des Schaltens mit einer Vielfältigkeit erstreckt.

Obgleich nun mit der Einsicht in den bloß technischen Charakter dieser Ordnungen die sozialistische Ordnung ihren Anspruch als sich selbst rechtfertigendes Ziel und letzte Wertinstanz aufgeben muß und mit der individualistischen Konkurrenz, soweit auch sie ein Mittel für überindividuelle Zwecke ist, in rechnerische Abwägung treten müßte, so ist doch nicht zu leugnen, daß solche Abrechnung sich unsern intellektuellen Mitteln häufig versagt und die Entscheidung von den Grundinstinkten der einzelnen Naturen abhängt.

Aus diesen entspringt freilich, rein abstrakt betrachtet, nur das Setzen der Endziele, während die Mittel durch objektiv-theoretische Einsicht bestimmt werden; in der Praxis aber ist die Einsicht nicht nur so unvollkommen, daß die subjektiven Impulse an ihrer Stelle die Wahl vollziehen müssen, sondern auch oft so unkräftig, daß sie der Überredungskraft dieser nicht widersteht.

So wird sehr oft jenseits aller verstandesmäßigen Rechtfertigung die unmittelbare Anziehungskraft der einheitlich organisierten, innerlich ausgeglichenen, alle Reibung ausschließenden Gruppenform, wie sie sich jetzt zum Sozialismus sublimiert hat, den Sieg über die Rhapsodik, die Kraftverschwendung, die Vielspältigkeit und Zufälligkeit der Konkurrenzform der Produktion davontragen; insoweit die Individuen sich dieser Stimmung nähern, werden sie die Konkurrenz selbst auch auf den Gebieten ausschließen, deren Inhalt sich ihr nicht widersetzen würde.

Ähnlich verhält es sich, wo nicht die organische Einheit des Ganzen, sondern die mechanische Gleichheit der Teile in Frage steht.

Den reinsten Fall des Typus bildet die Zunftverfassung, soweit sie auf dem Prinzip ruht, daß jeder Meister »die gleiche Nahrung« haben sollte.

Das Wesen der Konkurrenz ist es, daß die Gleichheit jedes Elementes mit dem andern fortwährend nach oben oder nach unten verschoben wird.

Von zwei konkurrierenden Produzenten zieht eben jeder der Halbierung des Gewinnes, die ihm bei genauer Gleichheit des Angebotes sicher ist, die unsichere Chance der Differenzierung vor: indem er anderes oder anders anbietet, kann er allerdings vielleicht viel weniger haben als die Hälfte der Konsumenten, vielleicht aber auch viel mehr.

Das Prinzip der Chance, das durch die Konkurrenz realisiert wird, widerspricht derart dem Prinzip der Gleichheit, daß die Zunft die Konkurrenz durch alle Mittel niederhielt: durch die Verbote, mehr als eine Verkaufsstelle und mehr als eine sehr beschränkte Zahl von Gehilfen zu halten, anderes als das eigene Fabrikat zu verkaufen, andere Quantität, Qualitäten und Preise zu bieten, als die Zunft festgesetzt hatte.

Wie wenig die Bedingungen der Sache diese Einschränkungen forderten, haben ihre sehr bald dennoch eintretenden Sprengungen gezeigt; es war eben das einerseits abstrakte, andrerseits personale Prinzip der Gleichheit des Gewinnes, was der Produktion die Konkurrenzform verbot. Es bedarf hierfür keiner weiteren Beispiele.

Die Alternative, die unzählige Provinzen und Einzelfälle des menschlichen Verhaltens bestimmt: ob man um einen Wert kämpfen oder ihn gütlich teilen will - tritt hier an der besonderen Kampfform der Konkurrenz hervor; da hier die Parteien nicht unmittelbar mit einander ringen, sondern um den Erfolg ihrer Leistungen bei einer dritten Instanz, so besteht das Teilen des Wertes in der freiwilligen Gleichheit dieser Leistungen.

Der Entschluß auch zu dieser hängt keineswegs nur von dem Wahrscheinlichkeitskalkül ab, der bald die zwischen dem Alles und dem Nichts pendelnde Chance der Konkurrenz, bald die sichere, aber beschränktere der Leistungsgleichheit als die größere zeigen wird; vielmehr wird die Stimmung der sozialen Epochen oder das Temperament der Individuen oft genug ganz jenseits aller Rechnung des Verstandes sich für das eine oder für das andre entscheiden, und schon aus diesem gefühlsmäßigen und also generellen Charakter der Entscheidung heraus den Verzicht auf die Konkurrenz auch dorthin erstrecken können, wo die Sache selbst ihn keineswegs bedingt.

Andre Modifikationen sozialer Wechselwirkung zeigen sich, sobald der Verzicht nicht die Konkurrenz als solche, sondern, unter Weiterbestand ihrer, nur gewisse ihrer Mittel betrifft.

Es handelt sich hier um Stadien der Entwicklung, in der die absolute Konkurrenz des animalischen Kampfes ums Dasein in die relative übergeht; d. h. in der allmählich alle diejenigen Reibungen und Kraftparalysierungen ausgeschaltet werden, deren es für die Zwecke der Konkurrenz nicht bedarf.

Nicht nur der Ertrag, sondern auch die Intensität der Konkurrenz bleibt dabei unberührt; die letztere soll nur wirklich auf den Ertrag hin geformt und ihrer Verirrung in Kanäle vorgebaut werden, in denen sie die Kräfte beider Parteien und damit sowohl den subjektiven wie den objektiven Nutzeffekt herabsetzt.

Dies ergibt zwei Formen, die man als die interindividuelle und die überindividuelle Beschränkung der Konkurrenzmittel bezeichnen kann.

Die eine findet statt, wo eine Anzahl von Konkurrenten freiwillig dahin übereinkommen, auf bestimmte Praktiken, mit denen der eine den andern übertrumpfen könnte, zu verzichten: der Verzicht des einen ist hier nur so lange gültig, wie der andere sich an den gleichen bindet; so

die Ausmachung der Sortimentsbuchhändler eines Ortes, auf die Ladenpreise nicht mehr als 10 oder 5 Prozent oder gar keinen Rabatt zu gewähren; oder eine Vereinbarung der Ladenbesitzer, die Geschäfte um 9 oder um 8 Uhr zu schließen, u. ä.

Hier entscheidet ersichtlich nur egoistische Utilität; der eine verzichtet auf die angedeuteten Mittel des Kundengewinnes, weil er weiß, daß der andre sie ihm sogleich nachmachen würde, und das Plus an Gewinn, das sie so zu teilen hätten, dem Plus an Spesen, das sie gleichfalls zu teilen hätten, nicht gleichkäme.

Worauf hier verzichtet wird, ist also nicht eigentlich die Konkurrenz - die immer irgend welche Ungleichheit fordert - sondern gerade solche Punkte, in denen keine Konkurrenz möglich ist, weil in ihnen sofort und unvermeidlich Gleichheit aller Konkurrenten entsteht.

Dieser Formtypus, obgleich bisher nicht allzu häufig realisiert, ist dennoch von größter Bedeutung, weil er eine Vereinigung der Konkurrenten auf dem Gebiet der Konkurrenz selbst, aber ohne diese irgendwie zu verringern, als möglich zeigt; durch die Aufzeigung eines Koinzidenzpunktes der Interessen wird deren Antagonismus um so intensiver auf die Punkte geführt, an denen er sich rein ausleben kann, und diese interindividuelle Beschränkung der Mittel kann ins Unbestimmbare weitergehen, um die Konkurrenz von allem zu entlasten, was nicht wirklich Konkurrenz ist, weil es sich gegenseitig ohne Effekt aufrechnet.

Da nun die Mittel der Konkurrenz größtenteils in Vorteilen, die einem dritten geboten werden, bestehen, so wird in eben dem Maße dieser dritte die Kosten der Verständigung über den Verzicht auf jene zu tragen haben, innerhalb der Wirtschaft also der Konsument; ja es ist damit direkt der Weg zur Kartellierung eingeschlagen.

Hat man erst einmal eingesehen, daß man sich von den Praktiken der Konkurrenz so und so viele ohne Schaden sparen kann, wenn nur der Konkurrent das Gleiche tut, so kann dies neben der schon hervorgehoberien Folge einer immer zugespitzteren und reineren Konkurrenz gerade die entgegengesetzte haben: daß man die Vereinbarung bis zur Aufhebung der Konkurrenz überhaupt treibt, bis zu einer Organisierung der Betriebe, die nicht mehr um den Markt kämpfen, sondern ihn nach einem gemeinsamen Plan versorgen.

Dieser Konkurrenzverzicht hat einen ganz anderen soziologischen Sinn als der an der Zunft hervorgehobene: da diese die Individuen in Selbständigkeit beließ, forderte ihre Gleichheit die Herabsetzung auch des Leistungsfähigsten auf dasjenige Niveau, auf dem auch der Schwächste mit ihm konkurrieren konnte; dies wird die unvermeidliche Form sein, in der selbständige Elemente eine mechanische Gleichheit erreichen können.

Bei der Kartellierung aber ist von vorn herein gar nicht die Lage der Subjekte, sondern die objektive Zweckmäßigkeit des Betriebes der Ausgangspunkt. In ihr gipfelt sich nun diejenige Einschränkung der Konkurrenzmittel auf, die die den Zwecken der Konkurrenz nicht dienenden entfernt und nun auch den noch bleibenden den Konkurrenzcharakter nimmt, weil die vollständige Beherrschung des Marktes und dadurch gewonnene Abhängigkeit des Konsumenten die Konkurrenz als solche überflüssig macht.

Endlich geschieht die Einschränkung der Konkurrenzmittel, die den Weiterbestand der Konkurrenz selbst unberührt läßt, durch Instanzen, welche ganz jenseits der Konkurrenten und ihrer Interessensphäre stehen: durch Recht und Moral.

Das Recht versagt der Konkurrenz im allgemeinen nur diejenigen Mittel, die auch in den sonstigen Beziehungen von Menschen untereinander verpönt sind: Gewalttat und Sachbeschädigung, Betrug und Verleumdung, Drohung und Fälschung.

Im übrigen ist die Konkurrenz derjenige Kampf, dessen Formen und Folgen viel weniger Gegenstände rechtlicher Verbote sind als die anderer. Wenn man die ökonomische, soziale, familiäre, ja physische Existenz jemandes durch unmittelbaren Angriff derart zerstören würde, wie es durch Konkurrenz geschehen kann -indem nur eine Fabrik neben der seinigen errichtet, eine Amtsbewerbung neben der seinigen angebracht, eine Preisschrift neben der seinigen eingereicht wird - so würde sogleich das Strafgesetz eingreifen.

Weshalb die durch die Konkurrenz dem Ruin ausgesetzten Güter nicht vor ihr geschützt werden, scheint freilich ganz klar.

Zunächst, weil den Konkurrenten jeder Dolus fehlt. Keiner von ihnen will etwas anderes als mit seiner Leistung den Preis davontragen, und daß der andere darüber zu Grunde geht, ist ein Nebenerfolg, der dem Sieger völlig irrelevant, ja vielleicht bedauerlich ist.

Und ferner, weil der Konkurrenz das Moment der eigentlichen Vergewaltigung fehlt, Niederlage wie Sieg vielmehr nur der zutreffende und gerechte Ausdruck für die beiderseitigen Kraftmaße ist: der Sieger hat sich den genau gleichen Chancen ausgesetzt wie der Besiegte, und dieser hat seinen Ruin ausschließlich seiner eigenen Unzulänglichkeit zuzuschreiben.

Allein, was das erstere betrifft, so fehlt der gegen die Person des Geschädigten gerichtete Dolus ebenso bei einer großen Zahl der strafrechtlichen Delikte, eigentlich bei allen, die nicht aus Rache, Bosheit oder Grausamkeit hervorgegangen sind: der Bankrotteur, der Vermögensstücke beiseite schafft, will auch nur für sich ein gewisses Gut retten, und daß dadurch die Ansprüche seiner Gläubiger geschädigt werden, mag eine ihm selbst bedauerliche conditio sine qua non sein; wer bei Nacht mit Gejohle durch die Straßen zieht, wird wegen Störung der öffentlichen Ruhe bestraft, auch wenn er nur seiner übermütigen Stimmung Ausdruck geben wollte und der Gedanke, daß er andern damit die Nachtruhe raubt, ihm gar nicht gekommen ist.

Zum mindesten also würde demjenigen, der durch seine eigene Bewerbung einen andern Menschen ruiniert, die fahrlässige Veranlassung hiervon zur Last fallen.

Und die Exkulpierung durch die Gleichartigkeit der Bedingungen, die Freiwilligkeit der ganzen Aktion und die Gerechtigkeit, mit der der Erfolg der Konkurrenz den eingesetzten Kräften folgt - diese wäre gegen die Bestrafung fast aller Arten von Zweikämpfen ebenso gut anzuführen.

Wenn in einer von beiden Seiten freiwillig und unter gleichen Bedingungen begonnenen Rauferei der eine Teil schwer verletzt wird, so ist die Bestrafung des andern insoweit durchaus nicht logisch konsequenter, als die eines Kaufmannes wäre, der mit loyalen Mitteln seinen Konkurrenten zu Grunde gerichtet hat. Daß diese nicht erfolgt, hat teils rechtstechnische Gründe, hauptsächlich

aber wohl den sozial-utilitarischen: daß die Gesellschaft nicht auf die Vorteile verzichten mag, die die Konkurrenz der Individuen ihr bringt, und die weit den Abzug überwiegen, den sie durch die gelegentliche Vernichtung von Individuen im Konkurrenzkampfe erleidet.

Dies ist der selbstverständliche Vorbehalt bei dem Rechtsgrundsatz des code civil, auf dem sich die ganze juristische Behandlung der concurrence déloyale aufbaut: tout fatit quelconque de l'homme qui cause à autrui un dommage oblige celui par la faute duquel il est arrivé à le réparer.

Die Gesellschaft würde nicht zugeben, daß ein einzelner einen andern einzelnen unmittelbar und nur zu seinem eigenen Vorteil in der eben charakterisierten Weise beschädigte; aber sie duldet es, weil diese Schädigung auf dem Umwege über eine objektive Leistung geschieht, die für eine unbestimmbare Zahl von Individuen wertvoll ist - gerade wie unser Staat auch das Offiziersduell nicht zugeben würde, wenn hier wirklich nur das persönliche Interesse eines einzelnen die Vernichtung eines andern forderte, und nicht die innere Kohärenz des Offizierkorps aus diesem Ehrbegriff eine Kraft zöge, deren Vorteil für den Staat das Opfer des einzelnen aufwiegt.

Die Gesetzgebung Frankreichs und Deutschlands ist nun allerdings seit einiger Zeit dazu übergegangen, die Konkurrenzmittel im Interesse der Konkurrenten selbst einzuschränken.

Die Grundabsicht ist dabei, den einzelnen Handeltreibenden vor solchen Vorsprüngen seiner Konkurrenten zu schützen, welche derselbe durch moralisch unzulässige Mittel gewinnen könnte.

Es werden also z. B. alle Reklamen untersagt, die durch unwahre Angaben den Käufer zu dem irrigen Glauben verführen sollen, daß dieser Kaufmann ihm vorteilhaftere Bedingungen als irgend ein anderer böte - und zwar selbst dann, wenn eine tatsächliche Überteuerung des Publikums dabei nicht stattfindet.

Es wird ferner verboten, dem Käufer durch die Aufmachung der Ware die Illusion einer Quantität zu erregen, die sonst für den gleichen Preis nicht erhältlich ist - auch wenn die tatsächlich verkaufte Quantität durchaus die übliche und dem Preise angemessene ist.

Ein dritter Typus: eine bekannte Firma mit großem Kundenkreis kann es nun verhindern, daß irgend jemand gleichen Namens ein gleichartiges Fabrikat wie das ihre unter seinem Namen auf den Markt bringt, wenn bei den Kunden dadurch der Glaube, es seien die Fabrikate jener Firma, erweckt werden kann - gleichviel ob die gebotene Ware schlechter oder besser als die ursprünglich so benannte ist.

Was uns an diesen Bestimmungen hier interessiert, ist der scheinbar ganz neue Gesichtspunkt, den Konkurrenten, der unsaubere Mittel der Kundengewinnung verschmäht, gegen denjenigen, der sie benutzen möchte, zu schützen; während sonst alle Einschränkungen geschäftlicher Praktiken die Uebervorteilung des Publikums verhindern sollen, ist diese kein Motiv der fraglichen Gesetze, und ihr Ausbleiben verhindert deren Anwendung in keiner Weise.

Sieht man indessen genau zu, so sind diese Verbote nichts anderes als Explikationen des längst bestehenden Betrugsparagraphen; die Art dieser Explikation ist nicht nur von juristischem, sondern auch von formal-soziologischem Interesse.

Das deutsche Strafgesetz bestraft es als Betrug, wenn jemand, um sich einen Vermögensvorteil zu verschaffen, »das Vermögen eines andern dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher Tatsachen einen Irrtum erregt.«

Dies wird nun unbefangen so verstanden, als ob der Irrtum in derselben Person erregt werden müßte, deren Vermögen beschädigt werden soll.

Der Wortlaut des Gesetzes enthält aber von dieser Identität nichts; und indem er es deshalb auch als Betrug zu verfolgen gestattet, wenn man das Vermögen eines A dadurch beschädigt, daß man einen Irrtum in einem B erregt - schließt er jene Fälle des unlauteren Wettbewerbes vollkommen ein.

Denn diese besagen, daß in dein Publikum ein Irrtum erregt wird - ohne daß es einen Verrnögensnachteil erleidet - und dadurch der ehrliche Konkurrent in seinem Vermögen beschädigt wird - ohne daß ihm falsche Tatsachen vorgespiegelt würden.

Wer dem Käufer vorlügt, daß er Todesfalls wegen ausverkaufe, schädigt diesen vielleicht damit gar nicht, wenn er dabei etwa die gleichen soliden Preise berechnet wie sein Konkurrent; aber er schädigt diesen, indem er ihm so vielleicht Kunden entzieht, die ihm ohne jene lügenhafte Verlockung treu geblieben wären.

Das Gesetz ist also durchaus keine Einschränkung der Konkurrenzmittel als solcher, kein spezifischer Schutz der Konkurrenten gegen einander.

Das Verhalten der Gesellschaft der Konkurrenz gegenüber wird nicht dadurch bezeichnet, daß sie jetzt diese Einschränkung ihrer Mittel verfügt, sondern umgekehrt dadurch, daß sie sie so lange unterließ, obgleich sie nichts ist als eine logisch von je erforderte Anwendung des geltenden Strafgesetzes. - Dazu kommt noch folgendes.

Wenn die Motive zu diesen Gesetzen allenthalben betonen, daß sie dem redlichen Wettbewerb keinerlei Beschränkungen auferlegen, sondern nur den gegen Treu und Glauben verstoßenden hindern sollen, so kann man dies für unsere jetzigen Zusammenhänge schärfer so ausdrücken, daß sie aus der Konkurrenz dasjenige, was eben nicht Konkurrenz im sozialen Sinne ist, eliminieren.

Denn diese letztere ist doch ein durch objektive Leistungen, die dritten Personen zu Gute kommen, ausgefochtener Kampf.

Jene objektiven sozialen Entscheidungsgründe aber werden durchkreuzt und verschoben, sobald Mittel der Reklame, Anlockung, Erschleichung angewendet werden, die keinerlei sachlichen Ertrag haben, sondern eine Art unmittelbareren, rein egoistisch und nicht über den gesellschaftlich nützlichen Umweg geführten Kampfes darstellen.

Was die Rechtsprechung als »ehrlichen« Wettbewerb bezeichnet, ist, genau angesehen, immer ein Solcher, der jenem reinen Begriffe der Konkurrenz entspricht.

Ausdrücklich schließt ein Kommentar des deutschen Gesetzes folgenden Fall von ihm aus: es setze jemand neben einen Kleiderhändler ein großartiges Konkurrenzgeschäft und verkaufe so lange zu Schleuderpreisen, die er in marktschreierischen Reklamen bekannt macht, bis er den kleinen Geschäftsmann vernichtet hat.

Hier liegt die brutalste Vergewaltigung vor, und das Verhältnis der beiden Konkurrenten ist, individualistisch betrachtet, sicher kein andres als zwischen einem starken Räuber und seinem schwachen Opfer.

Allein vom sozialen Standpunkt aus ist es lautere, d. h. ausschließlich durch das Objekt und den dritten hindurchgeleitete Konkurrenz - denn auch die Reklame, sobald sie nur Wahres mitteilt, dient dem Publikum.

Was sie aber etwa an irreleitenden Angaben enthielte, würde diesem, wenn auch vielleicht nicht schaden, so doch nicht nützen, und von diesem Punkt an kann deshalb der Schutz des Konkurrenten gegen Vergewaltigung eintreten, ja er muß es sogar, um die konkurrierenden Kräfte ganz unabgelenkt an der reinen, d. h. der sozial-utilitarischen Form der Konkurrenz festzuhalten.

Also selbst die spezifischen Einschränkungen, die das Recht an den Konkurrenzmitteln vornimmt, enthüllen sich gerade als Einschränkung der Einschränkungen, die die Konkurrenz durch bloß subjektiv-individualistische Praktiken erfährt.

Um so eher sollte man glauben, daß das Recht hier, wie auch sonst häufig, durch die Moral ergänzt würde, die doch nicht an die sozialen Nützlichkeiten gebunden ist, sondern das Verhalten des Menschen unzählige Mal nach Normen reguliert, die diesseits oder jenseits der Gesellschaftsinteressen liegen: nach den Impulsen eines unmittelbaren Gefühls, das nur nach dem Frieden mit sich selbst fragt und diesen oft grade in der Opposition gegen die Forderungen der Gesellschaft findet - wie nach metaphysischen und religiösen Ideen, die eben diese Forderungen manchmal einschließen, manchmal aber auch als beschränkt historische Zufälligkeiten gänzlich ablehnen.

Aus beiden Quellen fließen Imperative des Verhaltens von Mensch zu Mensch, die nicht im hergebrachten Sinne sozial -wenn auch soziologisch - sind, und vermöge deren nun erst die gesamte menschliche Natur sich in der Idealform des Sollens wiederfindet.

Daß asketische, altruistische, fatalistische Moralen die Konkurrenz samt ihren Mitteln möglichst reduzieren, bedarf keiner Ausführung.

Die typische europäische Moral indes verhält sich gegen die Konkurrenz duldsamer als gegen viele andere Arten des Antagonismus.

Dies hängt mit einer besonderen Kombination der Charakterzüge zusammen, die die Konkurrenz ausmachen.

Wir scheuen uns einerseits als moralische Wesen um so weniger, unsre Kraft gegen einen Gegner anzuwenden, einer je weiteren Distanz wir uns zwischen unserer subjektiven Persönlichkeit und unserer in den Kampf eingesetzten entscheidenden Leistung bewußt sind.

Wo unmittelbare persönliche Kräfte gegen einander ringen, fühlen wir uns eher zu Rücksichten und Reserven veranlaßt, dem Appell an das Mitleid können wir uns weniger entziehen; ja eine Art von Schamhaftigkeit hindert uns im unmittelbaren Antagonismus manchmal, unsre Energien ganz vorhaltlos zu entfalten, alle unsre Karten aufzudecken, in einem Kampf, in dem Persönlichkeit gegen Persönlichkeit steht, das Ganze der unseren einzusetzen.

Bei Kämpfen, die durch objektive Leistungen geführt werden, fallen diese ethisch-ästhetischen Retardierungen fort.

Darum kann man mit Persönlichkeiten konkurrieren, mit denen man eine persönliche Kontroverse durchaus vermeiden würde.

Durch die Wendung auf das Objekt bekommt die Konkurrenz jene Grausamkeit aller Objektivität, die nicht aus einer Lust am fremden Leide, sondern gerade darin besteht, daß die subjektiven Faktoren aus der Rechnung ausscheiden.

Diese Gleichgültigkeit gegen das Subjektive, wie sie die Logik, das Recht, die Geldwirtschaft charakterisiert, läßt Persönlichkeiten, die absolut nicht grausam sind, doch alle Härten der Konkurrenz begehen - und zwar mit dem sicheren Gewissen, nichts Böses zu wollen.

Während hier also das Zurücktreten der Persönlichkeit hinter die Objektivität des Verfahrens das sittliche Bewußtsein entlastet, wird eben dieselbe Wirkung auch durch den gerade entgegengesetzten Bestandteil der Konkurrenz erreicht, durch die genaue Proportionalität, mit der der Erfolg der Konkurrenz den eingesetzten eigenen Kräften der Subjekte entspricht.

Von Ablenkungen abgesehen, die mit dem Wesen der Konkurrenz nichts zu tun haben, sondern aus ihrer Verwebung mit anderweitigen Schicksalen und Beziehungen stammen, ist das Ergebnis der Konkurrenz der unbestechliche Anzeiger des persönlichen Könnens, das sich in der Leistung objektiviert hat.

Was uns durch die Gunst von Menschen oder Konjunkturen, des Zufalls oder eines als vorbestimmt empfundenen Schicksals auf Kosten anderer Menschen zugute kommt, das nutzen wir nicht mit so gutem Gewissen aus wie den Ertrag, der nur auf das eigenste Tun zurückgeht.

Denn neben der verzichtenden Sittlichkeit steht die selbstbehauptende, deren beider gemeinsamer Gegner nur das ist, daß unser Verhältnis zu anderen an äußere Mächte, unabhängig vom Ich, ausgeliefert ist.

Wo schließlich, wie in der reinen Konkurrenz, dies Ich den Ausschlag gibt, entschädigt ein befriedigtes Gerechtigkeitsgefühl unsern Moralinstinkt für die Unbarmherzigkeiten des Wettbewerbes - und zwar nicht nur den Sieger, sondern unter Umständen auch den Besiegten.

Dies ist wohl einer der Punkte, an denen die Beziehung der Konkurrenz zu den entscheidenden Zügen des modernen Daseins hervortritt.

Der Mensch und seine Aufgabe im Leben, die Individualität und der Sachgehalt ihres Wirkens erscheinen vor dem Beginn der Neuzeit solidarischer, verschmolzener, sozusagen in unbefangenerer gegenseitiger Hingabe als nachher.

Die letzten Jahrhunderte haben einerseits den objektiven Interessen, der dinglichen Kultur eine Ausbildung von sonst unerhörter Macht und Selbständigkeit geschaffen, andrerseits die Subjektivität des Ich, das Sich-selbst-Gehören der individuellen Seele gegenüber allen sachlichen und sozialen Präjudizierungen ebenso unerhört vertieft.

Dies scharf differenzierte Sach- und Selbstbewußtsein des modernen Menschen läßt die Kampfform der Konkurrenz wie für ihn geschaffen erscheinen.

Hier ist die reine Objektivität des Verfahrens, die ihre Wirkung ausschließlich der Sache und ihren gesetzlichen Wirkungen verdankt, unter völliger Gleichgültigkeit gegen die dahinter stehende Persönlichkeit.

Und doch ist hier auch die volle Selbstverantwortlichkeit der Person, die Abhängigkeit des Erfolges von der individuellen Kraft, und zwar gerade weg hier persönliches Können gegen persönliches Können von ganz unpersönlichen Mächten abgewogen wird.

Die tiefsten Tendenzen des modernen Lebens, die sachliche und die personale, haben in der Konkurrenz einen ihrer Treffpunkte gefunden, in denen sie unmittelbar praktisch zusammengehören und so ihre Entgegengesetztheiten als einander ergänzende Glieder einer geistesgeschichtlichen Einheit erweisen

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